Alle gängigen Dämmstoffe mit Bemessungswert (Lambda), Wärmeleitgruppe, Baustoffklasse, Diffusionswiderstand, Kosten und Einsatzort – filterbar nach Bauteil. Klicken Sie auf einen Dämmstoff, um Einordnung, Ökologie und Einsatzhinweise zu sehen.

geeignet
bedingt geeignet
ungeeignet
25 Dämmstoffe
Dämmstoffe im Vergleich – Bemessungswerte bzw. Herstellerangaben. Datenstand: 19.08.2026
Material λ in W/(m·K) WLG / WLS Baustoffklasse µ-Wert Kosten EUR/m² Einsatz
0,032 – 0,035 032 A1 – nicht brennbar 1 – 2 14 – 24
bei 14 cm
ZwischensparrenOberste GDInnendämmungKellerdecke

Glaswolle WLG 032

Glaswolle in der Wärmeleitgruppe 032 ist die leistungsfähigste Variante der klassischen Mineralwolle und lohnt sich überall dort, wo die Konstruktionshöhe begrenzt ist – typisch zwischen Sparren mit geringer Bauhöhe. Sie ist nicht brennbar, sehr diffusionsoffen und hervorragend schallabsorbierend. Der häufigste Fehler in der Praxis ist der Einsatz ohne saubere luftdichte Ebene: Glaswolle verzeiht Konvektion nicht, durchströmte Filze verlieren einen erheblichen Teil ihrer Dämmwirkung und führen Feuchte in die Konstruktion. Für verputzte Fassaden ist sie zu weich; dort gehört Steinwolle hin.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,032 – 0,035 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 032
  • Baustoffklasse: A1 – nicht brennbar
  • µ-Wert: 1 – 2
  • Rohdichte: 20 – 40 kg/m³
  • Druckfestigkeit: gering

Kosten

  • Material: 14 – 24 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: nicht sinnvoll angebbar
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Altglas (bis über 70 Prozent Recyclinganteil), Quarzsand, Bindemittel
  • Herstellungsenergie: mittel
  • Entsorgung: Rückbau als KMF-Abfall; alte Mineralwolle vor 1996 gilt als gefährlicher Abfall, neue Produkte sind biolöslich
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gering
  • Zertifikate: EUCEB (Biolöslichkeit), RAL-Gütezeichen Erzeugnisse aus Mineralwolle

Einsatzorte

  • geeignet Zwischensparrendämmung – Klemmfilz in Höchstleistungsqualität, fugenfreies Einpassen zwischen die Sparren, Dampfbremse raumseitig zwingend.
  • geeignet Oberste Geschossdecke – Auf der nicht begehbaren obersten Geschossdecke die wirtschaftlichste Lösung mit sehr geringem Lambda.
  • bedingt Innendämmung – Nur im Ständeraufbau mit luftdicht verklebter Dampfbremse und rechnerischem Feuchtenachweis, nicht kapillaraktiv.
  • ungeeignet Außenwand – WDVS – Zu geringe Rohdichte und Druckfestigkeit für Putzträger; im WDVS wird Steinwolle als Lamelle oder Putzträgerplatte eingesetzt.
  • bedingt Kellerdecke – Nur mit Unterkonstruktion oder Bekleidung, da die weiche Platte keine mechanische Belastung aufnimmt.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4 (Bemessungswerte Mineralwolle), DIN EN 13162; Herstellerdatenblätter Isover/Knauf Insulation für WLG-032-Klemmfilze; Kosten: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,035 – 0,037 035 A1 – nicht brennbar 1 – 2 9 – 17
bei 14 cm
ZwischensparrenOberste GDInnendämmungKellerdeckeKerndämmung

Glaswolle WLG 035

Glaswolle WLG 035 ist der Standarddämmstoff der Zwischensparrendämmung und der obersten Geschossdecke – preiswert, nicht brennbar, dampfdiffusionsoffen und mit sehr guter Schallabsorption. Ihre geringe Rohdichte bedeutet aber auch geringe Wärmespeicherfähigkeit: Für den sommerlichen Hitzeschutz im ausgebauten Dachgeschoss ist sie die schwächste Alternative. Typischer Fehler ist zu knappes Zuschneiden – Fugen von wenigen Millimetern kosten mehr Dämmwirkung, als die Wahl einer besseren Wärmeleitgruppe je bringt. Die Platten müssen leicht auf Stoß geklemmt werden, nicht gestaucht.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,035 – 0,037 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 035
  • Baustoffklasse: A1 – nicht brennbar
  • µ-Wert: 1 – 2
  • Rohdichte: 14 – 30 kg/m³
  • Druckfestigkeit: gering

Kosten

  • Material: 9 – 17 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: nicht sinnvoll angebbar
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Altglas, Quarzsand, Bindemittel
  • Herstellungsenergie: mittel
  • Entsorgung: KMF-Abfall, sortenrein zu sammeln, teilweise Rücknahmesysteme der Hersteller
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gering
  • Zertifikate: EUCEB, RAL-Gütezeichen

Einsatzorte

  • geeignet Zwischensparrendämmung – Der Standard für die Zwischensparrendämmung: leicht, klemmbar, nicht brennbar, gut an Sparrenunebenheiten anpassbar.
  • geeignet Oberste Geschossdecke – Ausrollen auf der nicht begehbaren Decke ist die günstigste Energiesparmaßnahme überhaupt.
  • bedingt Innendämmung – Nur im Ständerwerk mit geprüfter Dampfbremse; ohne Feuchtenachweis besteht Tauwassergefahr an der Altwand.
  • bedingt Kellerdecke – Erfordert Bekleidung oder abgehängte Decke, freiliegend nicht belastbar und nicht abriebfest.
  • bedingt Außenwand – Kerndämmung – Als Platte nicht einblasbar; für die Kerndämmung wird das lose Granulat verwendet, nicht der Filz.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4, DIN EN 13162; Herstellerdatenblätter Isover/Knauf Insulation/URSA; Kosten: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,040 – 0,045 040 A1 – nicht brennbar 1 – 2 6 – 12
bei 14 cm
KerndämmungOberste GDZwischensparrenKellerdecke

Mineralwolle-Granulat / Klemmfilz WLG 040

In der Kerndämmung zweischaligen Mauerwerks ist hydrophobiertes Mineralwollgranulat das Material der Wahl: Es ist nicht brennbar, feuchteunempfindlich und lässt sich durch wenige Bohrlöcher setzungssicher einbringen. Voraussetzung ist ein durchgehender, mindestens etwa vier Zentimeter breiter und freier Schalenzwischenraum – vor der Ausführung gehört zwingend eine endoskopische Prüfung dazu. Wird in eine bereits durchfeuchtete oder mit Mörtelbrücken zugesetzte Schale eingeblasen, entstehen Feuchteschäden statt Einsparungen. Als Platte dagegen ist WLG 040 nur die preiswerte Basisqualität.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,040 – 0,045 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 040
  • Baustoffklasse: A1 – nicht brennbar
  • µ-Wert: 1 – 2
  • Rohdichte: 10 – 60 kg/m³
  • Druckfestigkeit: gering

Kosten

  • Material: 6 – 12 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: 20 – 40 EUR/m²
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Altglas beziehungsweise Steinschmelze, Bindemittel, Hydrophobierung
  • Herstellungsenergie: mittel
  • Entsorgung: KMF-Abfall; Einblasgranulat ist im Rückbau schwer sortenrein zu trennen
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gering
  • Zertifikate: EUCEB, allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für Einblasdämmung

Einsatzorte

  • geeignet Außenwand – Kerndämmung – Hydrophobiertes Mineralwollgranulat ist das am häufigsten zugelassene Einblasmaterial für zweischaliges Mauerwerk.
  • geeignet Oberste Geschossdecke – Als Einblasdämmung in Hohlräume der Holzbalkendecke oder als Filz zum Auslegen.
  • geeignet Zwischensparrendämmung – Preiswerte Standardqualität, wenn genug Sparrenhöhe vorhanden ist.
  • bedingt Kellerdecke – Nur hinter Bekleidung; freiliegende weiche Mineralwolle ist an der Kellerdecke nicht dauerhaft.
  • ungeeignet Außenwand – WDVS – Nicht putzträgerfähig.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4, DIN EN 14064 (Einblasdämmstoffe); allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen für Mineralwoll-Einblasdämmung (DIBt); Kosten: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,035 – 0,038 035 A1 – nicht brennbar 1 – 2 15 – 28
bei 14 cm
WDVSFlachdachKellerdeckeAufsparrenZwischensparren

Steinwolle WLG 035 (Fassaden- und Druckplatte)

Steinwolle ist die brandschutztechnisch unbedenkliche Fassadendämmung: nicht brennbar, schmelzpunktbeständig über 1.000 Grad Celsius und bei Gebäuden über sieben Meter Brüstungshöhe oder in Sonderbauten oft die einzig zulässige Wahl im WDVS. Sie ist deutlich schwerer und teurer als EPS und verlangt eine tragfähige, geprüfte Verdübelung – die reine Verklebung reicht bei Lamellenplatten nicht. Wer Steinwolle nur wegen des Lambda-Werts wählt, zahlt drauf: Ihr Vorteil liegt in Brandschutz, Schallschutz und Druckfestigkeit, nicht in der Wärmeleitfähigkeit.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,035 – 0,038 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 035
  • Baustoffklasse: A1 – nicht brennbar
  • µ-Wert: 1 – 2
  • Rohdichte: 30 – 140 kg/m³
  • Druckfestigkeit: mittel

Kosten

  • Material: 15 – 28 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: 150 – 215 EUR/m²
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Diabas, Basalt, Recyclingbriketts, Bindemittel
  • Herstellungsenergie: hoch
  • Entsorgung: KMF-Abfall; einzelne Hersteller bieten Rücknahme und Wiedereinschmelzung an
  • Sommerlicher Hitzeschutz: mittel
  • Zertifikate: EUCEB, RAL-Gütezeichen, teils Cradle-to-Cradle-Zertifizierung einzelner Werke

Einsatzorte

  • geeignet Außenwand – WDVS – Als Putzträger- oder Lamellenplatte nicht brennbar – die Standardlösung, wenn Brandschutz maßgebend ist.
  • geeignet Flachdach – Als Flachdach-Druckplatte mit erhöhter Punktlastbelastbarkeit, häufig zweilagig mit Gefälledämmung.
  • geeignet Kellerdecke – Freiliegend an der Kellerdecke montierbar, nicht brennbar und abriebfest beschichtet erhältlich.
  • geeignet Aufsparrendämmung – Als druckfeste Aufsparrenplatte verfügbar; Brandschutzvorteil gegenüber Hartschaum.
  • geeignet Zwischensparrendämmung – Formstabiler als Glaswolle, sitzt auch bei großen Sparrenabständen zuverlässig.
  • ungeeignet Perimeterdämmung – Nicht dauerhaft feuchtebeständig unter Erdreich, saugt bei drückendem Wasser.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4, DIN EN 13162, DIN EN 13501-1; Herstellerdatenblätter Rockwool/Deutsche Rockwool Fassadendämmplatten; Kosten inkl. WDVS-System: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,040 – 0,042 040 A1 – nicht brennbar 1 – 2 8 – 15
bei 14 cm
ZwischensparrenOberste GDKerndämmungInnendämmung

Steinwolle WLG 040 (Klemmfilz)

Der Steinwolle-Klemmfilz ist die formstabilere Alternative zur Glaswolle im Dach: Er hält auch bei großen Sparrenabständen und steilen Neigungen ohne Zusatzbefestigung, ist nicht brennbar und verbessert den Schallschutz gegen Regen und Außenlärm spürbar. Die Wärmeleitgruppe 040 bedeutet aber rund 15 Prozent mehr Dicke für dieselbe Dämmwirkung als WLG 035 – bei begrenzter Sparrenhöhe ist das der entscheidende Nachteil. Im Altbau mit 12er-Sparren führt das regelmäßig dazu, dass zusätzlich eine Untersparrendämmung nötig wird.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,040 – 0,042 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 040
  • Baustoffklasse: A1 – nicht brennbar
  • µ-Wert: 1 – 2
  • Rohdichte: 22 – 60 kg/m³
  • Druckfestigkeit: gering

Kosten

  • Material: 8 – 15 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: nicht sinnvoll angebbar
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Basalt, Diabas, Recyclingmaterial
  • Herstellungsenergie: hoch
  • Entsorgung: KMF-Abfall, sortenreine Sammlung erforderlich
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gering
  • Zertifikate: EUCEB, RAL-Gütezeichen

Einsatzorte

  • geeignet Zwischensparrendämmung – Formstabiler Klemmfilz, rutscht auch bei steilen Dachneigungen nicht ab.
  • geeignet Oberste Geschossdecke – Zum Auslegen zwischen und über Deckenbalken, nicht brennbar.
  • bedingt Außenwand – Kerndämmung – Nur als eigens zugelassenes Granulat, nicht als Filz.
  • bedingt Innendämmung – Nur im Ständerwerk mit luftdichter Dampfbremse und Feuchtenachweis.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4, DIN EN 13162; Herstellerdatenblätter Rockwool/Isover Klemmfilze; Kosten: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,035 – 0,040 035 E – normal entflammbar; im WDVS nur als geprüftes System mit Brandriegeln 20 – 100 7 – 13
bei 14 cm
WDVSFlachdachKellerdeckeOberste GDKerndämmungPerimeterInnendämmung

EPS weiß WLG 035 (Polystyrol-Hartschaum)

EPS ist die wirtschaftlichste Fassadendämmung und deshalb im WDVS Marktführer. Es ist leicht, feuchteunempfindlich gegen Spritzwasser, formstabil und einfach zu verarbeiten. Kritisch sind drei Punkte: der Brandschutz, der oberhalb bestimmter Gebäudehöhen umlaufende Brandriegel aus Mineralwolle erzwingt, das dampfbremsende Verhalten mit µ-Werten bis 100, das EPS für kapillaraktive Innendämmung ausschließt, und die Algenbildung auf sehr dünnen Oberputzen kalter Fassaden. Für Altbauten mit feuchtebelastetem Mauerwerk ist EPS nicht die erste Wahl.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,035 – 0,040 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 035
  • Baustoffklasse: E – normal entflammbar; im WDVS nur als geprüftes System mit Brandriegeln
  • µ-Wert: 20 – 100
  • Rohdichte: 15 – 30 kg/m³
  • Druckfestigkeit: mittel

Kosten

  • Material: 7 – 13 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: 110 – 160 EUR/m²
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Erdöl (Styrol), Treibmittel Pentan; Rezyklatanteile zunehmend verfügbar
  • Herstellungsenergie: hoch
  • Entsorgung: HBCD-freie Ware ist thermisch verwertbar und über PolyStyreneLoop teilweise recycelbar; Altware bis 2015 kann HBCD enthalten
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gering
  • Zertifikate: CE nach DIN EN 13163, teilweise Blauer Engel für Rezyklatprodukte

Einsatzorte

  • geeignet Außenwand – WDVS – Der Marktstandard im WDVS: leicht, günstig, geklebt und gedübelt; Brandriegel nach Gebäudehöhe beachten.
  • geeignet Flachdach – Als Gefälledämmung im Warmdach unter Bitumen- oder Kunststoffbahnen weit verbreitet.
  • geeignet Kellerdecke – Kostengünstige Untersicht-Dämmung; in Heizräumen und Fluchtwegen Brandschutzauflagen prüfen.
  • geeignet Oberste Geschossdecke – Als druckbelastbare Platte unter begehbaren Verlegeplatten geeignet.
  • geeignet Außenwand – Kerndämmung – Als EPS-Granulat mit Zulassung für den Schalenzwischenraum einblasbar.
  • bedingt Perimeterdämmung – Nur als eigens zugelassene Perimeterdämmplatte (EPS-P) im nicht drückenden Wasser; Standard-EPS nimmt Wasser auf.
  • bedingt Innendämmung – Nur mit rechnerischem Feuchtenachweis; dampfbremsend und nicht kapillaraktiv, hohes Schimmelrisiko an Anschlüssen.
  • ungeeignet Zwischensparrendämmung – Nicht anpassungsfähig an Sparrenunebenheiten, Randfugen bleiben offen; zudem Brandlast im Dachraum.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4, DIN EN 13163; Herstellerdatenblätter Sto/Brillux/Austrotherm WDVS-Platten; Kosten inkl. WDVS-System: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,032 – 0,034 032 E – normal entflammbar; im WDVS nur als geprüftes System 20 – 100 9 – 16
bei 14 cm
WDVSFlachdachKellerdeckeInnendämmung

EPS weiß WLG 032

EPS in WLG 032 ist die höherverdichtete Variante des Standard-EPS und lohnt sich, wenn die Dämmdicke baulich begrenzt ist – etwa bei knappem Dachüberstand, engem Grenzabstand oder niedriger Kellerhöhe. Gegenüber WLG 035 spart es bei gleichem U-Wert etwa zehn Prozent Dicke bei rund einem Viertel höheren Materialkosten. Diese Rechnung geht nur auf, wenn die eingesparte Dicke tatsächlich Anschlussdetails vereinfacht. Wo Platz vorhanden ist, ist mehr Dicke in der billigeren Wärmeleitgruppe fast immer die wirtschaftlichere Entscheidung.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,032 – 0,034 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 032
  • Baustoffklasse: E – normal entflammbar; im WDVS nur als geprüftes System
  • µ-Wert: 20 – 100
  • Rohdichte: 17 – 30 kg/m³
  • Druckfestigkeit: mittel

Kosten

  • Material: 9 – 16 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: 118 – 168 EUR/m²
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Erdöl (Styrol), Treibmittel Pentan
  • Herstellungsenergie: hoch
  • Entsorgung: thermische Verwertung, PolyStyreneLoop-Recycling für sortenreine Rückbauware
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gering
  • Zertifikate: CE nach DIN EN 13163

Einsatzorte

  • geeignet Außenwand – WDVS – Wenn die Fassadendicke wegen Dachüberstand oder Grenzabstand begrenzt ist.
  • geeignet Flachdach – Gefälledämmung mit geringerer Aufbauhöhe als WLG 035.
  • geeignet Kellerdecke – Wo die lichte Raumhöhe im Keller knapp ist, spart die bessere WLG spürbar Höhe.
  • bedingt Innendämmung – Dampfbremsend, nicht kapillaraktiv – nur mit Feuchtenachweis und dichter Ausführung.
  • ungeeignet Zwischensparrendämmung – Starre Platte, unvermeidbare Randfugen zwischen den Sparren.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4, DIN EN 13163; Herstellerdatenblätter Austrotherm/Bachl EPS-WDVS-Platten; Kosten: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,031 – 0,032 031 E – normal entflammbar; im WDVS nur als geprüftes System 20 – 100 10 – 18
bei 14 cm
WDVSKellerdeckeFlachdachInnendämmung

EPS grau WLG 031 (graphitgefüllt)

Graues, graphitgefülltes EPS erreicht durch eingelagerte Infrarot-Absorber rund zehn Prozent bessere Wärmeleitfähigkeit als weißes EPS bei geringerer Rohdichte. Es ist die schlankste wirtschaftliche WDVS-Lösung. Der praktische Fallstrick liegt in der Baustelle: Graue Platten heizen sich in direkter Sonne stark auf, verziehen sich und können nach dem Verkleben Fugenabzeichnungen im Putz erzeugen. Deshalb ist ein Gerüstnetz während Lagerung und Montage Pflicht. Bauphysikalisch verhält sich graues EPS wie weißes: dampfbremsend, für kapillaraktive Innendämmung ungeeignet.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,031 – 0,032 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 031
  • Baustoffklasse: E – normal entflammbar; im WDVS nur als geprüftes System
  • µ-Wert: 20 – 100
  • Rohdichte: 13 – 20 kg/m³
  • Druckfestigkeit: mittel

Kosten

  • Material: 10 – 18 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: 122 – 175 EUR/m²
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Erdöl (Styrol), Graphit als Infrarot-Absorber, Treibmittel Pentan
  • Herstellungsenergie: hoch
  • Entsorgung: thermische Verwertung; Graphitanteil erschwert das werkstoffliche Recycling
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gering
  • Zertifikate: CE nach DIN EN 13163

Einsatzorte

  • geeignet Außenwand – WDVS – Beste Dämmleistung im EPS-Segment; auf Sonnenschutz während der Montage achten (Verzug durch Aufheizen).
  • geeignet Kellerdecke – Maximale Dämmwirkung bei minimalem Verlust an lichter Raumhöhe.
  • bedingt Flachdach – Unter dunklen Abdichtungen und im Sommer hohe Temperaturbelastung; Herstellerfreigabe einholen.
  • bedingt Innendämmung – Wie weißes EPS dampfbremsend; nur mit Feuchtenachweis.
  • ungeeignet Zwischensparrendämmung – Nicht klemmbar, Randfugen unvermeidbar.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4, DIN EN 13163; Herstellerdatenblätter Neopor-basierter WDVS-Platten (BASF-Rohstoff), Sto/Brillux; Kosten: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,032 – 0,036 032 E – normal entflammbar 80 – 250 18 – 32
bei 14 cm
PerimeterFlachdachKellerdeckeWDVS

XPS WLG 032 (extrudierter Polystyrol-Hartschaum)

XPS ist der Dämmstoff für alle Bauteile, die dauerhaft Feuchte und Last ausgesetzt sind: Perimeterdämmung unter Erdreich, Umkehrdach, Lastabtragung unter Bodenplatten. Seine geschlossene Zellstruktur nimmt praktisch kein Wasser auf und behält die Dämmwirkung auch im eingebauten, feuchten Zustand. Genau diese Dichtheit macht ihn an der Innenseite von Außenwänden gefährlich: Mit µ-Werten bis 250 und ohne jede Kapillarleitfähigkeit sammelt sich Tauwasser in der Fuge zur Altwand, ohne dass es rücktrocknen kann. XPS gehört nach außen und nach unten, nicht nach innen.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,032 – 0,036 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 032
  • Baustoffklasse: E – normal entflammbar
  • µ-Wert: 80 – 250
  • Rohdichte: 25 – 45 kg/m³
  • Druckfestigkeit: hoch

Kosten

  • Material: 18 – 32 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: nicht sinnvoll angebbar
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Erdöl (Styrol), Treibmittel CO2 oder HFO
  • Herstellungsenergie: hoch
  • Entsorgung: thermische Verwertung; ältere Ware kann HBCD oder H-FCKW-Treibmittel enthalten
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gering
  • Zertifikate: CE nach DIN EN 13164

Einsatzorte

  • geeignet Perimeterdämmung – Der Standard unter Erdreich: geschlossenzellig, praktisch keine Wasseraufnahme, druckfest und verrottungssicher.
  • geeignet Flachdach – Einziger üblicher Dämmstoff für das Umkehrdach, weil er oberhalb der Abdichtung dauerhaft feucht liegen darf.
  • bedingt Kellerdecke – Technisch möglich, aber deutlich teurer als EPS ohne Vorteil, solange keine Feuchtebelastung vorliegt.
  • bedingt Außenwand – WDVS – Nur im Sockel- und Spritzwasserbereich; die glatte Oberfläche braucht besondere Haftvermittlung für Putz.
  • ungeeignet Innendämmung – Sehr hoher Diffusionswiderstand ohne Kapillaraktivität – Tauwasser sammelt sich in der Klebefuge zur Altwand, klassische Schimmelursache.
  • ungeeignet Zwischensparrendämmung – Starr, nicht klemmbar, dampfdicht auf der kalten Seite der Konstruktion.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4, DIN EN 13164; Herstellerdatenblätter Jackodur/Austrotherm XPS und Ursa XPS; Kosten: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,035 – 0,038 035 E – normal entflammbar 80 – 200 15 – 26
bei 14 cm
PerimeterFlachdachKellerdeckeOberste GD

XPS WLG 035 (hochdruckfeste Ausführung)

Die hochdruckfesten XPS-Typen erkaufen ihre Tragfähigkeit von mehreren hundert Kilopascal mit höherer Rohdichte und damit einem schlechteren Lambda-Wert. Sie sind der richtige Dämmstoff unter lastabtragenden Bodenplatten, unter Estrichen in Werkstätten und auf befahrbaren Dachflächen. Für normale Kellerwände oder Kellerdecken sind sie überdimensioniert und teurer als nötig. Wie alle extrudierten Hartschäume dürfen sie nicht auf der Raumseite einer Außenwand eingesetzt werden: Der hohe Diffusionswiderstand ohne Rücktrocknungsfähigkeit verlagert Tauwasser an die Grenzschicht zum Altbestand.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,035 – 0,038 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 035
  • Baustoffklasse: E – normal entflammbar
  • µ-Wert: 80 – 200
  • Rohdichte: 30 – 50 kg/m³
  • Druckfestigkeit: hoch

Kosten

  • Material: 15 – 26 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: nicht sinnvoll angebbar
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Erdöl (Styrol), Treibmittel CO2 oder HFO
  • Herstellungsenergie: hoch
  • Entsorgung: thermische Verwertung
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gering
  • Zertifikate: CE nach DIN EN 13164

Einsatzorte

  • geeignet Perimeterdämmung – Hochdruckfeste Typen für lastabtragende Dämmung unter der Bodenplatte und tief liegende Kellerwände.
  • geeignet Flachdach – Für befahrbare und genutzte Dachflächen mit hoher Flächenlast.
  • bedingt Kellerdecke – Nur bei Feuchtebelastung sinnvoll, sonst wirtschaftlich unterlegen.
  • ungeeignet Innendämmung – Dampfdicht und nicht kapillaraktiv – dieselbe Tauwasserproblematik wie XPS 032.
  • bedingt Oberste Geschossdecke – Nur wo eine befahrbare oder stark belastete Fläche gefordert ist; sonst unwirtschaftlich.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4, DIN EN 13164 (Druckfestigkeitsklassen CS(10/Y)); Herstellerdatenblätter Jackodur KF/Austrotherm XPS TOP; Kosten: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,024 – 0,028 024 E – normal entflammbar; PIR-Typen teils B-s2,d0 (schwer entflammbar) 40 – 200 22 – 38
bei 14 cm
AufsparrenFlachdachKellerdeckeWDVSInnendämmung

PUR/PIR WLG 024 (vlieskaschiert)

PUR/PIR liefert den besten Dämmwert je Zentimeter unter den marktüblichen Dämmstoffen und ist deshalb erste Wahl, wenn Aufbauhöhe knapp ist: Aufsparrendämmung mit erhaltenem Dachüberstand, Flachdach mit begrenztem Attikaanschluss, niedrige Kellerräume. Der typische Fehler ist der Einsatz zwischen den Sparren – die starre Platte lässt sich nicht fugenfrei einpassen, und jede Randfuge macht den Lambda-Vorteil zunichte. Zu beachten ist außerdem, dass Bemessungswerte nach Alterung über dem Nennwert liegen und Schnittkanten sorgfältig mit Systemklebeband geschlossen werden müssen.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,024 – 0,028 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 024
  • Baustoffklasse: E – normal entflammbar; PIR-Typen teils B-s2,d0 (schwer entflammbar)
  • µ-Wert: 40 – 200
  • Rohdichte: 30 – 45 kg/m³
  • Druckfestigkeit: hoch

Kosten

  • Material: 22 – 38 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: 170 – 260 EUR/m²
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Erdöl (Polyol, Isocyanat), Treibmittel Pentan
  • Herstellungsenergie: hoch
  • Entsorgung: überwiegend thermische Verwertung; sortenreine Rücknahme nur vereinzelt
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gering
  • Zertifikate: CE nach DIN EN 13165

Einsatzorte

  • geeignet Aufsparrendämmung – Die schlankste Aufsparrendämmung; erhält den Dachüberstand und die Sparrenoptik im Innenraum.
  • geeignet Flachdach – Sehr verbreitet als Warmdach-Dämmung, auch als Gefälledämmung; hohe Druckfestigkeit.
  • geeignet Kellerdecke – Wo die Raumhöhe im Keller kritisch ist, bringt PIR den größten Dämmwert pro Zentimeter.
  • bedingt Außenwand – WDVS – Nur als geprüftes System einzelner Anbieter; Brandverhalten und Fugendichtheit sind kritisch.
  • ungeeignet Zwischensparrendämmung – Starre Platte, Randfugen zum Sparren bleiben offen und werden zur Wärmebrücke und Konvektionsstrecke.
  • bedingt Innendämmung – Nur als geprüftes Systembauteil mit dichter Ausführung und Feuchtenachweis; nicht kapillaraktiv.
  • ungeeignet Perimeterdämmung – Nicht dauerhaft feuchtebeständig unter Erdreich.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4, DIN EN 13165; Herstellerdatenblätter Bauder/puren/Linzmeier Aufsparren- und Flachdachelemente; Kosten inkl. Aufsparrensystem: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,022 – 0,023 022 E – normal entflammbar; einzelne Systeme B-s2,d0 40 – 200 26 – 45
bei 14 cm
AufsparrenFlachdachKellerdeckeInnendämmung

PIR WLG 022 (alukaschiert)

Alukaschiertes PIR ist der leistungsfähigste marktgängige Plattendämmstoff unterhalb der Hochleistungsprodukte. Die beidseitige Aluminiumkaschierung senkt den Lambda-Wert und verhindert das Ausgasen des Treibmittels, wirkt aber gleichzeitig als nahezu vollständige Dampfsperre. Das ist im Aufsparren- oder Warmdachaufbau ein Vorteil, in jeder Konstruktion mit rückseitiger Feuchtequelle ein Risiko. Wichtig ist die vollflächig dichte Verlegung mit Nut und Feder und verklebten Stößen; einzelne offene Fugen entwerten den hohen Materialpreis sofort. Für Sichtholzkonstruktionen ist der Brandschutz gesondert nachzuweisen.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,022 – 0,023 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 022
  • Baustoffklasse: E – normal entflammbar; einzelne Systeme B-s2,d0
  • µ-Wert: 40 – 200
  • Rohdichte: 30 – 45 kg/m³
  • Druckfestigkeit: hoch

Kosten

  • Material: 26 – 45 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: 180 – 275 EUR/m²
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Erdöl (Polyol, Isocyanat), Aluminium-Verbundkaschierung
  • Herstellungsenergie: hoch
  • Entsorgung: Verbundmaterial, werkstoffliches Recycling praktisch nicht möglich
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gering
  • Zertifikate: CE nach DIN EN 13165

Einsatzorte

  • geeignet Aufsparrendämmung – Höchste Dämmleistung pro Zentimeter; die Alukaschierung wirkt zugleich als Dampfsperre – Aufbau muss dazu passen.
  • geeignet Flachdach – Schlankster Warmdachaufbau, häufig bei Aufstockungen mit begrenzter Attikahöhe.
  • geeignet Kellerdecke – Maximaler Dämmwert bei minimalem Höhenverlust, Oberfläche bleibt sichtbar oder wird bekleidet.
  • bedingt Innendämmung – Die Alukaschierung wirkt als Dampfsperre; nur mit vollständig dichter, geprüfter Ausführung – Fehlstellen führen direkt zu Tauwasser.
  • ungeeignet Zwischensparrendämmung – Nicht fugenfrei einpassbar; die dampfdichte Kaschierung auf der kalten Seite ist bauphysikalisch falsch.
  • ungeeignet Perimeterdämmung – Nicht für dauerhaft erdberührte, feuchte Einbausituationen zugelassen.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4, DIN EN 13165; Herstellerdatenblätter puren/Bauder PIR-Elemente mit Aluminium-Verbundfolie; Kosten: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,021 – 0,024 021 B-s1,d0 – schwer entflammbar, sehr geringe Rauchentwicklung 10 – 50 35 – 60
bei 14 cm
WDVSAufsparrenInnendämmungKellerdecke

Resolhartschaum WLG 021

Resolhartschaum ist der leistungsfähigste plattenförmige Dämmstoff des regulären Marktes und kombiniert als einziger sehr niedriges Lambda mit schwer entflammbarem Brandverhalten und geringer Rauchentwicklung. Eingesetzt wird er dort, wo jeder Zentimeter Fassadentiefe zählt: enge Grenzabstände, Reihenhausanschlüsse, erhaltenswerte Gesimse. Der Preis liegt deutlich über PIR, und das Material ist spröde – Kanten brechen beim Zuschnitt leicht aus, und beschädigte Platten dürfen nicht eingebaut werden. Rechnerisch ist zu beachten, dass der Bemessungswert je nach Zulassung über dem beworbenen Nennwert liegen kann.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,021 – 0,024 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 021
  • Baustoffklasse: B-s1,d0 – schwer entflammbar, sehr geringe Rauchentwicklung
  • µ-Wert: 10 – 50
  • Rohdichte: 35 – 45 kg/m³
  • Druckfestigkeit: mittel

Kosten

  • Material: 35 – 60 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: 200 – 300 EUR/m²
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Phenolharz auf Erdölbasis, Treibmittel
  • Herstellungsenergie: hoch
  • Entsorgung: thermische Verwertung; kein etabliertes Recycling
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gering
  • Zertifikate: CE nach DIN EN 13166

Einsatzorte

  • geeignet Außenwand – WDVS – Schlankstes WDVS mit schwer entflammbarem Kern; sinnvoll bei knappem Grenzabstand oder Denkmalauflagen zur Fassadentiefe.
  • geeignet Aufsparrendämmung – Sehr geringe Aufbauhöhe bei gleichzeitig gutem Brandverhalten.
  • bedingt Innendämmung – Nur als geprüftes Innendämmsystem mit Feuchtenachweis; nicht kapillaraktiv, offene Fugen sind kritisch.
  • bedingt Kellerdecke – Technisch möglich, wirtschaftlich meist von PIR oder EPS geschlagen.
  • ungeeignet Zwischensparrendämmung – Starr und spröde, nicht fugenfrei einpassbar.
  • ungeeignet Perimeterdämmung – Nicht für erdberührte Dauerfeuchte geeignet.

Quelle der Kennwerte: DIN EN 13166 (Resolhartschaum), DIN EN 13501-1; Herstellerdatenblätter Kingspan Kooltherm; Kosten: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,038 – 0,050 038 E – normal entflammbar (B2) 3 – 5 18 – 35
bei 14 cm
AufsparrenWDVSInnendämmungZwischensparrenOberste GDKellerdeckeFlachdach

Holzfaser-Dämmplatte WLG 038

Holzfaser ist der ökologische Allrounder mit dem besten sommerlichen Hitzeschutz: Die hohe Rohdichte und spezifische Wärmekapazität verzögert den Wärmedurchgang im Dachgeschoss um mehrere Stunden – ein Effekt, den Mineralwolle und Hartschaum nicht liefern. Für kapillar aktive Innendämmung ist sie eines der wenigen fachlich sauberen Materialien. Der Nachteil ist der höhere Lambda-Wert: Für denselben U-Wert braucht es rund ein Drittel mehr Dicke als bei PIR. Unter Erdreich und in feuchten Kellern hat das organische Material nichts zu suchen.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,038 – 0,050 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 038
  • Baustoffklasse: E – normal entflammbar (B2)
  • µ-Wert: 3 – 5
  • Rohdichte: 40 – 250 kg/m³
  • Druckfestigkeit: mittel

Kosten

  • Material: 18 – 35 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: 170 – 245 EUR/m²
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Restholz und Hackschnitzel aus Sägewerken (überwiegend Nadelholz), Bindemittel oder Nassverfahren ohne Zusatz
  • Herstellungsenergie: mittel
  • Entsorgung: thermisch verwertbar; sortenreine Platten teils stofflich rückführbar
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gut
  • Zertifikate: natureplus für zahlreiche Produkte, PEFC/FSC-Holzherkunft, teils Blauer Engel

Einsatzorte

  • geeignet Aufsparrendämmung – Druckfeste Holzfaserplatten mit Nut und Feder, oft zugleich als wasserableitende Unterdeckung; bester sommerlicher Hitzeschutz.
  • geeignet Außenwand – WDVS – Als Putzträgerplatte in geprüften Holzfaser-WDVS; diffusionsoffener Aufbau, mineralischer Oberputz empfohlen.
  • geeignet Innendämmung – Kapillaraktiv und diffusionsoffen; in geprüften Systemen mit Lehm- oder Kalkputz ohne Dampfsperre möglich – Feuchtenachweis dennoch führen.
  • geeignet Zwischensparrendämmung – Flexible Holzfaserdämmmatten lassen sich klemmen; Wärmespeicherfähigkeit verzögert die sommerliche Aufheizung deutlich.
  • geeignet Oberste Geschossdecke – Als druckbelastbare Platte unter Verlegeplatten begehbar auszuführen.
  • bedingt Kellerdecke – Nur in trockenen Kellern; in feuchten Kellern besteht Schimmelrisiko am organischen Material.
  • ungeeignet Perimeterdämmung – Organisch und kapillaraktiv – unter Erdreich saugt die Platte Wasser, verliert die Dämmwirkung und verrottet.
  • bedingt Flachdach – Nur in geprüften Systemen mit sicherer Rücktrocknung; im nicht belüfteten Warmdach kritisch.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4, DIN EN 13171 (Holzfaserdämmstoffe); Herstellerdatenblätter Gutex/Steico/Pavatex; Kosten inkl. Holzfaser-WDVS: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,040 – 0,045 040 E – normal entflammbar (B2) 1 – 2 12 – 22
bei 14 cm
ZwischensparrenOberste GDAufsparren

Holzfaser-Einblasdämmung WLG 040

Die Holzfaser-Einblasdämmung verbindet den guten sommerlichen Hitzeschutz des Holzes mit dem entscheidenden Vorteil des Einblasverfahrens: Das Gefach wird setzungssicher und fugenfrei verfüllt, auch bei schrägen Anschnitten, Kehlbalken und unregelmäßigen Sparrenabständen. Genau dort scheitern Klemmfilze im Altbau regelmäßig. Voraussetzung ist eine allseitig geschlossene, luftdichte Hülle und die Einblasdichte laut Zulassung – zu geringe Verdichtung führt zu Setzungen und offenen Hohlräumen am First. Die Arbeit gehört in die Hand eines zertifizierten Einblasfachbetriebs, nicht in Eigenleistung.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,040 – 0,045 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 040
  • Baustoffklasse: E – normal entflammbar (B2)
  • µ-Wert: 1 – 2
  • Rohdichte: 30 – 55 kg/m³
  • Druckfestigkeit: gering

Kosten

  • Material: 12 – 22 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: 28 – 48 EUR/m²
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Nadelholz-Restholz, Zusatz von Brandschutz- und Stabilisierungssalzen
  • Herstellungsenergie: mittel
  • Entsorgung: thermische Verwertung; Rückbau als Einblasmaterial absaugbar und teilweise wiederverwendbar
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gut
  • Zertifikate: natureplus für einzelne Produkte, allgemeine bauaufsichtliche Zulassung als Einblasdämmstoff

Einsatzorte

  • geeignet Zwischensparrendämmung – Fugenfreies Verfüllen des gesamten Gefachs durch Einblasen – konvektionssicherer als jede Plattenlösung.
  • geeignet Oberste Geschossdecke – Verfüllt Hohlräume von Holzbalkendecken vollständig, auch bei unregelmäßigen Querschnitten.
  • bedingt Aufsparrendämmung – Nur in geschlossenen Kastenelementen, nicht als offene Aufsparrenlage.
  • ungeeignet Außenwand – Kerndämmung – Organisch und feuchteempfindlich – im Schalenzwischenraum mit möglichem Schlagregeneintrag nicht zulässig.
  • ungeeignet Perimeterdämmung – Nicht feuchtebeständig.

Quelle der Kennwerte: DIN EN 15101-1, DIN 4108-4; allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen (DIBt) für Holzfaser-Einblasdämmstoffe, Herstellerdatenblätter Steico zell/Gutex Thermofibre; Kosten inkl. Einblasleistung: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,038 – 0,045 038 E – normal entflammbar (B2), mit Boraten oder Borsalzersatz ausgerüstet 1 – 2 8 – 16
bei 14 cm
ZwischensparrenOberste GDKerndämmungInnendämmung

Zellulosedämmung WLG 038

Zellulose ist der ökologische Dämmstoff mit der besten Wirtschaftlichkeit: geringe Herstellungsenergie, sehr niedriger µ-Wert und ein Preisniveau, das mit Mineralwolle mithält. Ihr eigentlicher Vorteil ist das Einblasverfahren, das jedes Gefach fugenfrei und setzungssicher füllt – im Altbau mit krummen Sparren die einzige wirklich konvektionsdichte Lösung. Kritisch sind zwei Punkte: Ohne luftdichte Ebene und feuchtevariable Dampfbremse wird Feuchte in die Konstruktion transportiert, und eine zu geringe Einblasdichte führt zu Setzungen mit ungedämmten Streifen am First.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,038 – 0,045 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 038
  • Baustoffklasse: E – normal entflammbar (B2), mit Boraten oder Borsalzersatz ausgerüstet
  • µ-Wert: 1 – 2
  • Rohdichte: 30 – 70 kg/m³
  • Druckfestigkeit: gering

Kosten

  • Material: 8 – 16 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: 24 – 42 EUR/m²
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Altpapier (Tageszeitungen), Zusatz von Brandschutzsalzen
  • Herstellungsenergie: niedrig
  • Entsorgung: absaugbar und wiederverwendbar; ansonsten thermische Verwertung
  • Sommerlicher Hitzeschutz: mittel
  • Zertifikate: natureplus für einzelne Produkte, Blauer Engel für borsalzfreie Varianten, allgemeine bauaufsichtliche Zulassung

Einsatzorte

  • geeignet Zwischensparrendämmung – Fugenfreie Verfüllung des Gefachs, sehr wirtschaftlich; luftdichte Ebene und Einblasdichte nach Zulassung sind Bedingung.
  • geeignet Oberste Geschossdecke – Aufblasen auf die nicht begehbare Decke ist die günstigste Variante mit dem besten Verhältnis von Kosten zu Einsparung.
  • bedingt Außenwand – Kerndämmung – Nur mit ausdrücklicher Zulassung für den Schalenzwischenraum und nachweislich schlagregendichter Außenschale; im Zweifel Mineralwollgranulat wählen.
  • bedingt Innendämmung – Nur im Ständeraufbau mit feuchtevariabler Dampfbremse und Feuchtenachweis.
  • ungeeignet Perimeterdämmung – Organisch, feuchteempfindlich, nicht verrottungsbeständig.
  • ungeeignet Flachdach – Im nicht rücktrocknungsfähigen Warmdach besteht bei Leckagen Totalschaden am Dämmstoff.

Quelle der Kennwerte: DIN EN 15101-1, DIN 4108-4; allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen (DIBt) für Zellulose-Einblasdämmstoffe, Herstellerdatenblätter Isocell/Climacell; Kosten inkl. Einblasleistung: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,040 – 0,045 040 E – normal entflammbar (B2), mit Sodaausrüstung 1 – 2 16 – 30
bei 14 cm
ZwischensparrenOberste GDInnendämmungKellerdecke

Hanfdämmung WLG 040

Hanf wächst ohne Pestizide, benötigt wenig Herstellungsenergie und lässt sich ohne Hautreizung verarbeiten – für Eigenleistung im Dachgeschoss ein realer Vorteil gegenüber Mineralwolle. Die Matten sind formstabil, feuchtepuffernd und gegen Schädlinge unempfindlich. Der Preis liegt etwa doppelt so hoch wie bei Glaswolle gleicher Wärmeleitgruppe, und der Lambda-Wert von 0,040 verlangt entsprechend Bauhöhe. Hanf ist damit die Wahl, wenn Wohngesundheit und Rohstoffbasis den Ausschlag geben, nicht wenn Dämmleistung je Zentimeter oder Kosten entscheiden.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,040 – 0,045 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 040
  • Baustoffklasse: E – normal entflammbar (B2), mit Sodaausrüstung
  • µ-Wert: 1 – 2
  • Rohdichte: 30 – 45 kg/m³
  • Druckfestigkeit: gering

Kosten

  • Material: 16 – 30 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: nicht sinnvoll angebbar
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Hanffasern aus europäischem Anbau, Stützfasern aus Polyester oder Maisstärke
  • Herstellungsenergie: niedrig
  • Entsorgung: kompostierbar oder thermisch verwertbar, sofern Stützfasern biobasiert sind
  • Sommerlicher Hitzeschutz: mittel
  • Zertifikate: natureplus für mehrere Produkte, teils Blauer Engel

Einsatzorte

  • geeignet Zwischensparrendämmung – Formstabile, gut klemmbare Matte; angenehm zu verarbeiten, da nicht hautreizend.
  • geeignet Oberste Geschossdecke – Zum Auslegen zwischen Deckenbalken; auch als Stopfhanf für Anschlussfugen.
  • bedingt Innendämmung – Nur im Ständeraufbau mit feuchtevariabler Dampfbremse; nicht als kapillaraktives System.
  • bedingt Kellerdecke – Nur in trockenen Kellern und hinter Bekleidung.
  • ungeeignet Perimeterdämmung – Organisch, nicht feuchtebeständig.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4, DIN EN 13171 / allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen für Hanfdämmstoffe (DIBt); Herstellerdatenblätter Thermo Natur/Hock; Kosten: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,035 – 0,045 035 E – normal entflammbar (B2) 1 – 2 22 – 40
bei 14 cm
ZwischensparrenOberste GDInnendämmung

Schafwolldämmung WLG 035

Schafwolle nimmt bis zu einem Drittel ihres Gewichts an Feuchte auf, ohne dabei nennenswert Dämmwirkung zu verlieren, und bindet nachweislich Formaldehyd – deshalb wird sie in der Sanierung von Wohnräumen mit hohem Anspruch an Raumluftqualität eingesetzt. Sie ist der teuerste der gängigen nachwachsenden Dämmstoffe. Zu prüfen sind zwei Punkte: die Mottenschutzausrüstung, die je nach Produkt aus Salzen oder aus Pyrethroiden besteht, und die Transportwege der Rohwolle. Als Stopfmaterial für Fenster- und Türanschlüsse ist sie unabhängig davon in fast jeder Sanierung nützlich.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,035 – 0,045 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 035
  • Baustoffklasse: E – normal entflammbar (B2)
  • µ-Wert: 1 – 2
  • Rohdichte: 20 – 35 kg/m³
  • Druckfestigkeit: gering

Kosten

  • Material: 22 – 40 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: nicht sinnvoll angebbar
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Rohwolle, überwiegend Importware, mit Mottenschutzausrüstung
  • Herstellungsenergie: niedrig
  • Entsorgung: kompostierbar, sofern keine problematische Ausrüstung enthalten ist
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gering
  • Zertifikate: natureplus für einzelne Produkte

Einsatzorte

  • geeignet Zwischensparrendämmung – Leichte, gut klemmbare Matte; hohes Feuchtepuffervermögen ohne Verlust der Dämmwirkung.
  • geeignet Oberste Geschossdecke – Zum Auslegen auf der nicht begehbaren Decke; auch als Stopfwolle für Fensteranschlüsse.
  • bedingt Innendämmung – Nur im Ständeraufbau mit feuchtevariabler Dampfbremse.
  • ungeeignet Kellerdecke – Zu weich, feuchteempfindlich und in Kellerräumen mottengefährdet.
  • ungeeignet Perimeterdämmung – Organisch, nicht feuchtebeständig.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4; allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen für Schafwolldämmstoffe (DIBt), Herstellerdatenblätter Thermo Natur/Baur Vliesstoffe; Kosten: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,065 – 0,090 065 B-s1,d0 – schwer entflammbar (mineralisch gebunden) 2 – 5 12 – 22
bei 5 cm
KellerdeckeInnendämmungWDVS

Holzwolle-Leichtbauplatte WLG 065

Die Holzwolle-Leichtbauplatte ist streng genommen kein Hochleistungsdämmstoff, sondern eine robuste, schwer entflammbare Putzträger- und Schutzschicht mit dämmender Nebenwirkung. Ihre Domäne ist die Kellerdecke: Als Mehrschichtplatte mit Hartschaum- oder Mineralwollkern verbindet sie die Dämmleistung des Kerns mit einer schlagfesten, direkt verputzbaren Oberfläche – in Garagen und Heizräumen ein echter Vorteil. Wer sie einlagig als Dämmung einsetzt, unterschätzt ihren Lambda-Wert von 0,065 bis 0,090: Für einen sanierungswürdigen U-Wert wären unrealistische Dicken nötig. Bezugsdicke der Kostenangabe hier 5 cm.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,065 – 0,090 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 065
  • Baustoffklasse: B-s1,d0 – schwer entflammbar (mineralisch gebunden)
  • µ-Wert: 2 – 5
  • Rohdichte: 350 – 570 kg/m³
  • Druckfestigkeit: mittel

Kosten

  • Material: 12 – 22 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: nicht sinnvoll angebbar
  • Bezugsdicke: 5 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Fichtenholzwolle, mineralisch gebunden mit Zement oder Magnesit
  • Herstellungsenergie: niedrig
  • Entsorgung: Verbund aus Holz und Zement, überwiegend Bauschuttverwertung
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gut
  • Zertifikate: natureplus für einzelne Produkte, CE nach DIN EN 13168

Einsatzorte

  • geeignet Kellerdecke – Klassische Kellerdeckendämmung, oft als Mehrschichtplatte mit EPS- oder Mineralwollkern; robust, putzbar, schwer entflammbar.
  • bedingt Innendämmung – Nur als Putzträger vor einer eigentlichen Dämmschicht oder in geprüften Mehrschichtsystemen; allein zu geringe Dämmwirkung.
  • bedingt Außenwand – WDVS – Nur als Putzträgerlage in Systemen, nicht als alleinige Dämmung.
  • ungeeignet Perimeterdämmung – Nicht feuchtebeständig.
  • ungeeignet Zwischensparrendämmung – Zu hoher Lambda-Wert und zu starr; als Dämmung im Gefach unwirtschaftlich.

Quelle der Kennwerte: DIN EN 13168 (Holzwolle-Dämmstoffe), DIN 4108-4; Herstellerdatenblätter Knauf Insulation Heraklith/Troldtekt; Kosten: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,042 – 0,045 042 A1 – nicht brennbar 3 – 6 25 – 45
bei 14 cm
InnendämmungWDVSKellerdeckeOberste GD

Mineralschaumplatte WLG 042

Die Mineralschaumplatte ist der fachlich unaufgeregteste Weg zu einer Innendämmung: rein mineralisch, nicht brennbar, kapillaraktiv und in geprüften Systemen ohne Dampfsperre verlegbar. Damit entfällt genau die Fehlerquelle, an der Innendämmungen am häufigsten scheitern – die nicht dauerhaft dichte Dampfbremse. Erkauft wird das mit einem Lambda-Wert von 0,042 bis 0,045; für spürbare Wirkung sind 8 bis 12 Zentimeter nötig, was Raum kostet. Voraussetzung ist ein schlagregendichter Außenputz, denn ein kapillaraktives System saugt eindringende Feuchte auch nach innen.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,042 – 0,045 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 042
  • Baustoffklasse: A1 – nicht brennbar
  • µ-Wert: 3 – 6
  • Rohdichte: 100 – 130 kg/m³
  • Druckfestigkeit: mittel

Kosten

  • Material: 25 – 45 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: 95 – 160 EUR/m²
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Kalk, Sand, Zement, Wasser, Porenbildner – rein mineralisch
  • Herstellungsenergie: mittel
  • Entsorgung: als mineralischer Bauschutt verwertbar, teils Rücknahme durch Hersteller
  • Sommerlicher Hitzeschutz: mittel
  • Zertifikate: natureplus für einzelne Produkte, Cradle-to-Cradle-Zertifizierung einzelner Produkte

Einsatzorte

  • geeignet Innendämmung – Kapillaraktiv, nicht brennbar, ohne Dampfsperre in geprüften Systemen verlegbar – die sicherste mineralische Innendämmung.
  • geeignet Außenwand – WDVS – Als nicht brennbares, rein mineralisches WDVS ohne organische Anteile; höhere Dicke wegen WLG 042 einplanen.
  • geeignet Kellerdecke – Nicht brennbar und direkt verputzbar, deshalb in Heizräumen und Garagen vorteilhaft.
  • bedingt Oberste Geschossdecke – Technisch möglich, aber gegenüber Einblas- und Mattendämmung deutlich teurer.
  • ungeeignet Perimeterdämmung – Saugfähig und nicht für erdberührte Bauteile geeignet.
  • ungeeignet Zwischensparrendämmung – Starre Platte, nicht klemmbar.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4; Herstellerdatenblätter Multipor (Xella) und vergleichbare Calciumsilikat-Mineraldämmplatten; Kosten inkl. Innendämmsystem: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,045 – 0,065 045 A1 – nicht brennbar 3 – 6 30 – 55
bei 5 cm
InnendämmungKellerdecke

Kalziumsilikatplatte WLG 045

Kalziumsilikat ist die Innendämmung für Problemfälle: schimmelbelastete Außenwandecken, Fachwerk mit sichtbarem Gefüge, Räume ohne Möglichkeit einer Außendämmung. Der stark alkalische Untergrund entzieht Schimmel die Lebensgrundlage, die hohe Kapillarität führt Tauwasser zurück an die Raumluft. Der Lambda-Wert ist mit 0,045 bis 0,065 hoch – Kalzium silikat dämmt schwach und wird meist nur 25 bis 50 Millimeter dick eingesetzt, was den U-Wert nur mäßig verbessert. Der Fehler in der Praxis ist punktweises Ansetzen: Jeder Hohlraum hinter der Platte wird zur Tauwasserfalle. Bezugsdicke hier 5 cm.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,045 – 0,065 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 045
  • Baustoffklasse: A1 – nicht brennbar
  • µ-Wert: 3 – 6
  • Rohdichte: 200 – 300 kg/m³
  • Druckfestigkeit: mittel

Kosten

  • Material: 30 – 55 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: 90 – 160 EUR/m²
  • Bezugsdicke: 5 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Kalk, Sand, Zellulosefaser als Armierung, Wasser
  • Herstellungsenergie: mittel
  • Entsorgung: mineralischer Bauschutt
  • Sommerlicher Hitzeschutz: mittel
  • Zertifikate: teils natureplus, A1 nach DIN EN 13501-1

Einsatzorte

  • geeignet Innendämmung – Das Referenzmaterial für kapillaraktive Innendämmung; hoher pH-Wert wirkt schimmelhemmend, vollflächige Verklebung ohne Hohlräume ist Pflicht.
  • bedingt Kellerdecke – Möglich, aber teuer; Vorteil nur in feuchtebelasteten Räumen.
  • ungeeignet Außenwand – WDVS – Kein zugelassenes Außensystem, hohe Saugfähigkeit.
  • ungeeignet Perimeterdämmung – Stark saugend, unter Erdreich nicht einsetzbar.
  • ungeeignet Zwischensparrendämmung – Starr, schwer, nicht klemmbar.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4, DIN EN 13501-1; Herstellerdatenblätter Calsitherm/Epasit Kalziumsilikatplatten; WTA-Merkblatt 6-4 zur Innendämmung; Kosten inkl. System: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,038 – 0,055 038 A1 – nicht brennbar 55 – 95
bei 14 cm
PerimeterFlachdachKellerdecke

Schaumglas WLG 038

Schaumglas ist der einzige Dämmstoff, der gleichzeitig nicht brennbar, absolut wasser- und dampfdicht, hoch druckfest und dauerhaft verrottungsbeständig ist. Er wird eingesetzt, wo Fehler nicht korrigierbar sind: unter Bodenplatten, an Kellerwänden mit drückendem Wasser, auf Flachdächern mit hohen Brandschutzanforderungen und als lastabtragende Wärmebrückentrennung unter aufgehendem Mauerwerk. Der Preis ist entsprechend hoch und die Verlegung aufwendig, weil vollflächig in heißem Bitumen gearbeitet wird. Der µ-Wert ist praktisch unendlich; die Tabelle weist ihn deshalb nicht als Zahl aus.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,038 – 0,055 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 038
  • Baustoffklasse: A1 – nicht brennbar
  • µ-Wert:
  • Rohdichte: 100 – 165 kg/m³
  • Druckfestigkeit: hoch

Kosten

  • Material: 55 – 95 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: nicht sinnvoll angebbar
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Altglas und Quarzsand, aufgeschäumt mit Kohlenstoff
  • Herstellungsenergie: hoch
  • Entsorgung: inert, deponiefähig; sortenreiner Rückbau wegen Bitumenverklebung meist nicht möglich
  • Sommerlicher Hitzeschutz: mittel
  • Zertifikate: A1 nach DIN EN 13501-1, EPD verfügbar

Einsatzorte

  • geeignet Perimeterdämmung – Wasser- und dampfdicht, druckfest und verrottungssicher – auch bei drückendem Wasser und unter der Bodenplatte einsetzbar.
  • geeignet Flachdach – Im vollflächig heiß in Bitumen verlegten Aufbau dampfdicht und nicht brennbar; Standard bei hohen Brandschutzanforderungen.
  • bedingt Kellerdecke – Technisch einwandfrei, wirtschaftlich meist nicht darstellbar.
  • ungeeignet Innendämmung – Vollständig dampfdicht und nicht kapillaraktiv – an der Raumseite einer Altbauwand bauphysikalisch falsch.
  • ungeeignet Zwischensparrendämmung – Starr, schwer, nicht anpassbar.

Quelle der Kennwerte: DIN EN 13167 (Schaumglas), DIN 4108-4; Herstellerdatenblätter Foamglas (Owens Corning); Kosten: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,040 – 0,070 040 A1 – nicht brennbar (unbeschichtete Ware); gebundene Platten teils A2 2 – 5 18 – 35
bei 14 cm
KerndämmungOberste GDFlachdachInnendämmungZwischensparren

Perlite WLG 040 (Platte und Schüttung)

Perlite ist geblähtes Vulkangestein und deckt zwei sehr unterschiedliche Anwendungen ab: als hydrophobiertes Granulat die Kerndämmung zweischaligen Mauerwerks, als Schüttung den Höhenausgleich und die Hohlraumverfüllung auf Geschossdecken. Es ist nicht brennbar, schädlings- und fäulnisfest und verrottet nicht. Zu beachten ist die große Bandbreite der Wärmeleitfähigkeit: Ungebundene Schüttungen liegen deutlich schlechter als gebundene Platten. Bei der Kerndämmung gilt dieselbe Voraussetzung wie bei Mineralwollgranulat – freier, trockener Schalenzwischenraum, vorher endoskopisch geprüft.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,040 – 0,070 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 040
  • Baustoffklasse: A1 – nicht brennbar (unbeschichtete Ware); gebundene Platten teils A2
  • µ-Wert: 2 – 5
  • Rohdichte: 80 – 150 kg/m³
  • Druckfestigkeit: mittel

Kosten

  • Material: 18 – 35 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: 26 – 48 EUR/m²
  • Bezugsdicke: 14 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: vulkanisches Perlitgestein, gebläht; teils silikonhydrophobiert oder bitumengebunden
  • Herstellungsenergie: mittel
  • Entsorgung: unbehandelte Ware mineralisch verwertbar; bitumengebundene Platten nur thermisch
  • Sommerlicher Hitzeschutz: mittel
  • Zertifikate: A1 nach DIN EN 13501-1 für unbehandelte Schüttungen, allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für Kerndämmung

Einsatzorte

  • geeignet Außenwand – Kerndämmung – Hydrophobiertes Perlite-Granulat ist für den Schalenzwischenraum zugelassen, nicht brennbar und rieselfähig bis in enge Hohlräume.
  • geeignet Oberste Geschossdecke – Als Schüttung zum Höhenausgleich und Verfüllen von Balkenzwischenräumen, nicht brennbar und schädlingsfest.
  • bedingt Flachdach – Als gebundene Perlite-Dämmplatte in geprüften Systemen; Schüttungen sind auf dem Dach nicht üblich.
  • bedingt Innendämmung – Nur als Perlite-Dämmputz in geprüften Systemen, dann kapillaraktiv und diffusionsoffen.
  • ungeeignet Perimeterdämmung – Schüttfähiges Material ohne dauerhafte Formstabilität unter Erddruck.
  • bedingt Zwischensparrendämmung – Nur in vollständig geschlossenen, waagerechten Hohlräumen; in Schrägen Setzungsgefahr.

Quelle der Kennwerte: DIN 4108-4, DIN EN 14316 (Perlite-Dämmstoffe); allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen für Perlite-Kerndämmung (DIBt), Herstellerdatenblätter Knauf Perlite/Europerl; Kosten inkl. Einblasleistung: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,007 – 0,008 007 B-s1,d0 bis E – je nach Hüllfolie und Kaschierung 90 – 170
bei 2 cm
InnendämmungFlachdachAufsparrenKellerdecke

Vakuumisolationspaneel (VIP) WLG 007

Vakuumisolationspaneele erreichen mit 0,007 bis 0,008 W/(m·K) etwa das Fünffache der Dämmleistung von Mineralwolle je Zentimeter. Zu dem in Quellen kursierenden Wert 0,004: Dieser beschreibt den Kern im Neuzustand im Laborzentrum des Paneels. Anzusetzen ist der Bemessungswert der Zulassung inklusive Randverbund und Alterung, üblicherweise 0,007 bis 0,008. Eingesetzt werden VIP nur, wo Aufbauhöhe zwingend begrenzt ist – Innendämmung im Denkmal, Loggienboden, Laibung. Sie dürfen nicht zugeschnitten, gebohrt oder gedübelt werden; jede Perforation hebt die Dämmwirkung nahezu vollständig auf. Bezugsdicke 2 cm.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,007 – 0,008 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 007
  • Baustoffklasse: B-s1,d0 bis E – je nach Hüllfolie und Kaschierung
  • µ-Wert:
  • Rohdichte: 160 – 210 kg/m³
  • Druckfestigkeit: mittel

Kosten

  • Material: 90 – 170 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: nicht sinnvoll angebbar
  • Bezugsdicke: 2 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: pyrogene Kieselsäure als Kern, mehrschichtige metallisierte Hochbarrierefolie
  • Herstellungsenergie: hoch
  • Entsorgung: Verbundmaterial, kein etabliertes Recycling; Kern selbst ist mineralisch
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gering
  • Zertifikate: allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (DIBt) je Produkt, CE nach DIN EN 17140

Einsatzorte

  • bedingt Innendämmung – Nur als geprüftes Systemelement mit werkseitigem Zuschnitt und definierten Randanschlüssen; kein Bohren, kein Schneiden auf der Baustelle.
  • bedingt Flachdach – Auf Terrassen und Loggien mit fester Aufbauhöhe, in geprüften Systemplatten mit Schutzlagen.
  • bedingt Aufsparrendämmung – Technisch möglich in Systemelementen, in der Praxis wegen Beschädigungsrisiko selten.
  • bedingt Kellerdecke – Nur wo jeder Zentimeter Raumhöhe zählt und die Fläche mechanisch geschützt ist.
  • ungeeignet Perimeterdämmung – Beschädigungsrisiko unter Erdreich; eine perforierte Hülle bedeutet Totalausfall der Dämmwirkung.
  • ungeeignet Zwischensparrendämmung – Anpassung an Sparrenabstände nicht möglich, Beschädigung durch Befestigungsmittel vorprogrammiert.

Quelle der Kennwerte: DIN EN 17140 (VIP), allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen des DIBt für Vakuumdämmsysteme; Herstellerdatenblätter va-Q-tec und Vacupor (Porextherm); Kosten: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

0,015 – 0,021 015 C-s1,d0 – normal bis schwer entflammbar je nach Produkt 3 – 5 70 – 140
bei 2 cm
InnendämmungWDVSKellerdecke

Aerogel-Dämmmatte WLG 015

Aerogel-Dämmmatten sind biegsam, diffusionsoffen und lassen sich mit dem Messer zuschneiden – das unterscheidet sie grundlegend vom starren Vakuumpaneel und macht sie zur einzigen praxistauglichen Hochleistungsdämmung für unebene Altbauwände, Fensterlaibungen und Anschlussdetails. Genau dort, an Laibung und Sturz, entscheidet sich bei Innendämmungen die Schimmelfreiheit, und genau dort fehlt gewöhnlich der Platz für konventionelles Material. Der Materialpreis ist der höchste im Markt; wirtschaftlich ist Aerogel deshalb nur auf kleinen Flächen mit hoher Wärmebrückenwirkung, nicht auf der ganzen Wand.

Kennwerte

  • Bemessungswert λ: 0,015 – 0,021 W/(m·K)
  • Wärmeleitgruppe: 015
  • Baustoffklasse: C-s1,d0 – normal bis schwer entflammbar je nach Produkt
  • µ-Wert: 3 – 5
  • Rohdichte: 140 – 160 kg/m³
  • Druckfestigkeit: gering

Kosten

  • Material: 70 – 140 EUR/m²
  • System inkl. Verarbeitung: nicht sinnvoll angebbar
  • Bezugsdicke: 2 cm

Ökologische Einordnung

  • Rohstoff: Silikat-Aerogel in Faservlies eingebettet
  • Herstellungsenergie: hoch
  • Entsorgung: kein etabliertes Recycling; Deponierung oder thermische Verwertung des Trägervlieses
  • Sommerlicher Hitzeschutz: gering
  • Zertifikate: CE-Kennzeichnung je Produkt, produktbezogene bauaufsichtliche Verwendbarkeitsnachweise

Einsatzorte

  • geeignet Innendämmung – Diffusionsoffen und flexibel – die einzige Hochleistungsdämmung, die sich an unebene Altbauwände und Laibungen anpassen lässt.
  • bedingt Außenwand – WDVS – Nur in wenigen geprüften Systemen, vor allem bei Denkmalfassaden mit minimaler Auftragsdicke.
  • bedingt Kellerdecke – Möglich, aber wirtschaftlich nur bei extrem knapper Raumhöhe.
  • ungeeignet Perimeterdämmung – Nicht druckfest und nicht für erdberührte Dauerbelastung ausgelegt.
  • ungeeignet Flachdach – Zu geringe Druckfestigkeit für begehbare oder mit Auflast belegte Dachaufbauten.

Quelle der Kennwerte: Herstellerdatenblätter Aspen Aerogels Spaceloft und vergleichbare Aerogel-Vliesmatten; DIN EN 13501-1 für die Brandklasse; Kosten: Marktbeobachtung 08/2026. Direktlink zu diesem Dämmstoff

Datenstand: 19.08.2026. Angegeben sind Bemessungswerte bzw. Herstellerangaben; der in der Berechnung anzusetzende Bemessungswert kann vom Nennwert abweichen. Kostenangaben sind Orientierungswerte ohne Gerüst, Vorarbeiten und Anschlussdetails.

Vom Dämmstoff zur Dämmstärke

Die Datenbank zeigt, welches Material infrage kommt. Wie dick es werden muss, hängt vom U-Wert Ihres Bestandsbauteils ab. Für eine verbindliche Aussage zu Aufbau, Förderfähigkeit und Reihenfolge der Maßnahmen vereinbaren Sie eine Erstberatung – 250 EUR, anrechenbar auf Folgeaufträge.

Was der Lambda-Wert bedeutet

Der Lambda-Wert (Wärmeleitfähigkeit, Formelzeichen λ) gibt an, wie viel Wärme ein Material leitet. Die Einheit ist W/(m·K). Je kleiner der Lambda-Wert, desto besser dämmt das Material – und desto dünner fällt der Aufbau aus, der einen bestimmten Dämmwert erreicht.

Ein Rechenbeispiel: 14 cm Mineralwolle mit λ = 0,035 W/(m·K) ergeben einen Wärmedurchlasswiderstand von 4,0 m²K/W. Denselben Wert erreichen Sie mit rund 10 cm PUR/PIR (λ = 0,024) oder mit knapp 17 cm Holzfaser (λ = 0,042). Alle drei Aufbauten dämmen gleich gut. Sie unterscheiden sich in der Dicke, im Preis, im Brandverhalten und darin, ob sie an der betreffenden Stelle überhaupt eingebaut werden dürfen.

Wichtiger Hinweis zu den Zahlen in der Tabelle: Hersteller geben den Nennwert ihres Produkts an, ermittelt unter Laborbedingungen. In der energetischen Berechnung ist dagegen der Bemessungswert nach DIN 4108-4 anzusetzen, der Feuchte- und Alterungseinflüsse berücksichtigt und deshalb über dem Nennwert liegen kann. Die Datenbank kennzeichnet, welcher Wert angegeben ist. Für die Förderantragstellung und den Nachweis zählt immer der Bemessungswert aus dem Produktdatenblatt beziehungsweise der bauaufsichtlichen Zulassung – nicht der Wert einer Übersichtstabelle.

Der Lambda-Wert allein sagt noch nicht, ob ein Dämmstoff geeignet ist – und die Wandstärke sagt umgekehrt nichts über die Dämmwirkung, wie ich im Beitrag Warum Wandstärke nichts über die Dämmwirkung sagt zeige.

WLG und WLS – was die Zahlen hinter dem Dämmstoff bedeuten

Hinter Produktbezeichnungen wie „Mineralwolle WLG 035” steht die Wärmeleitgruppe. Sie ist nichts anderes als der Lambda-Wert ohne Komma: WLG 035 entspricht λ = 0,035 W/(m·K). Die WLG ist in Fünfer-Schritten gestuft – 030, 035, 040, 045 – und rundet dabei immer auf die nächstschlechtere Stufe auf.

Die Wärmeleitstufe (WLS) ist der neuere und genauere Begriff. Sie ist in Einer-Schritten gestuft, also 031, 032, 033. Damit lässt sich ein Produkt mit λ = 0,032 auch als solches ausweisen, statt es in die Gruppe 035 einzuordnen. In Katalogen und Preislisten laufen beide Bezeichnungen bis heute nebeneinander. Rechnerisch bedeuten sie dasselbe: Es sind die drei Nachkommastellen des Lambda-Werts.

Praktisch heißt das: Zwei Produkte derselben WLG können sich um bis zu 0,004 W/(m·K) unterscheiden. Bei einer dicken Dämmschicht ist das nebensächlich, bei einer Innendämmung mit begrenztem Platz kann es über einen Zentimeter Aufbauhöhe entscheiden.

Warum der Lambda-Wert allein nicht reicht

Vier weitere Kennwerte entscheiden darüber, ob ein Dämmstoff an der geplanten Stelle funktioniert. Sie sind der Grund, warum diese Datenbank mehr Spalten hat als eine reine Preistabelle.

µ-Wert (Wasserdampfdiffusionswiderstand). Er beschreibt, um welchen Faktor ein Material dem Wasserdampf mehr Widerstand entgegensetzt als eine gleich dicke Luftschicht. µ = 1 bedeutet: so dampfdurchlässig wie Luft. Bei Innendämmung und bei Zwischensparrendämmung ist dieser Wert der kritische: Dampfdichte Hartschäume an der Innenseite einer Außenwand verlagern den Taupunkt in die Konstruktion, und Feuchtigkeit, die dort ankommt, kann nicht mehr austrocknen. Diffusionsoffene und kapillaraktive Materialien wie Holzfaser oder Kalziumsilikat transportieren Feuchte zurück an die Oberfläche. An einer außen gedämmten Wand mit WDVS spielt der µ-Wert dagegen eine untergeordnete Rolle. Wer eine Innendämmung ohne Feuchteschutznachweis plant, riskiert genau die Schäden, die ich unter Schimmel vermeiden beschreibe.

Baustoffklasse. Sie beschreibt das Brandverhalten nach DIN EN 13501-1. A1 bedeutet nicht brennbar ohne brennbare Anteile, B1 schwer entflammbar, B2 normal entflammbar. Ab bestimmten Gebäudehöhen und in Fluchtwegen schreibt das Bauordnungsrecht nichtbrennbare Dämmung vor; an der Kellerdecke unter Rettungswegen und bei Reihenhaus-Brandwänden ist sie zumindest die sichere Wahl.

Druckfestigkeit. Unter Estrich, im Umkehrdach und auf begehbaren Flachdächern muss der Dämmstoff dauerhaft Last aufnehmen, ohne sich zusammenzudrücken. Eine weiche Klemmfilzmatte, die zwischen Sparren ideal ist, versagt dort.

Feuchteverhalten und Verrottungsbeständigkeit. Perimeterdämmung liegt im erdberührten Bereich dauerhaft in feuchtem Milieu. Dort sind nur Materialien einsetzbar, die kein Wasser aufnehmen und nicht verrotten – deshalb ist die Auswahl an dieser Stelle so schmal wie an keiner anderen.

Welcher Dämmstoff für welches Bauteil?

Die Datenbank ist nach Einsatzort filterbar, weil derselbe Dämmstoff je nach Einbausituation hervorragend oder unbrauchbar sein kann. Die folgende Übersicht führt zu den jeweils gefilterten Ergebnissen.

Einsatzort Maßgeblicher Kennwert Anforderung nach Anlage 7 GModG
Außenwand WDVS Baustoffklasse, Druckfestigkeit U ≤ 0,24 W/(m²K)
Kerndämmung / Einblasdämmung Rieselfähigkeit, Feuchteverhalten U ≤ 0,24 W/(m²K)
Innendämmung µ-Wert, Kapillaraktivität U ≤ 0,24 W/(m²K)
Zwischensparrendämmung µ-Wert, Baustoffklasse U ≤ 0,24 W/(m²K)
Aufsparrendämmung Druckfestigkeit U ≤ 0,24 W/(m²K)
Oberste Geschossdecke Druckfestigkeit bei Begehbarkeit U ≤ 0,24 W/(m²K)
Kellerdecke Baustoffklasse, Aufbauhöhe U ≤ 0,30 W/(m²K)
Perimeterdämmung Feuchteaufnahme, Druckfestigkeit
Flachdach Druckfestigkeit, Feuchteverhalten U ≤ 0,24 W/(m²K)

Die genannten U-Werte sind die Höchstwerte, die bei einer Änderung des Bauteils einzuhalten sind. Sie stehen in Anlage 7 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG), das seit dem 29.07.2026 an die Stelle des GEG getreten ist. Die Anforderungswerte selbst sind unverändert geblieben; geändert hat sich nur die Paragraphennummer der Änderungsregel, von § 48 GEG auf § 36 GModG. Was sich mit dem GModG sonst noch geändert hat, steht unter Gebäudemodernisierungsgesetz 2026. Welchen U-Wert Ihr Bauteil heute hat, können Sie in der U-Wert-Datenbank nachschlagen.

Wichtig: Ein Bauteil verfehlt die Anforderung nicht am Dämmstoff, sondern an der Dicke. Fast jedes Material erreicht 0,24 W/(m²K) – nur eben mit unterschiedlichem Platzbedarf.

Was Dämmstoffe kosten

Die Datenbank führt zwei Kostenspalten, weil ihre Verwechslung die häufigste Fehlerquelle beim Kostenvergleich ist. Die Materialkosten sind der reine Einkaufspreis der Dämmplatte oder des Einblasmaterials, bezogen auf eine einheitliche Dicke – ohne diese Bezugsgröße ist jede Preisangabe wertlos. Die Systemkosten enthalten zusätzlich Kleber, Dübel, Armierung, Putz und Verarbeitung, soweit das für den jeweiligen Aufbau sinnvoll angebbar ist.

Nicht enthalten sind Gerüst, Anschlussdetails an Fenstern und Dachüberständen, das Versetzen von Fallrohren und Außensteckdosen sowie die Entsorgung des Altaufbaus. Diese Positionen machen bei einer Fassadendämmung regelmäßig einen erheblichen Anteil der Rechnung aus. Deshalb ist der billigste Dämmstoff selten der günstigste Aufbau: Ein teureres Material mit besserem Lambda-Wert baut dünner, spart Aufwand an Laibungen und Anschlüssen und kann die Mehrkosten dort wieder einspielen. Alle Preisangaben sind Spannen mit einem Stand-Datum an der Tabelle und ersetzen kein Angebot.

Für förderfähige Maßnahmen gelten zusätzlich technische Mindestanforderungen, die über die gesetzlichen Werte hinausgehen. Die Details stehen unter Förderung für Sanierungsmaßnahmen; Ihren voraussichtlichen Zuschuss ermitteln Sie im Förderrechner.

Ökologische Bewertung

Die Datenbank ordnet jeden Dämmstoff dreistufig nach Rohstoffbasis, Herstellungsenergie, Entsorgungsweg und sommerlichem Hitzeschutz ein. Diese Einordnung ist eine fachliche Einschätzung, keine berechnete Ökobilanz; vorhandene Zertifikate wie natureplus oder der Blaue Engel sind als solche benannt.

Entscheidend sind drei Punkte. Erstens die Herstellungsenergie: Zellulose aus Altpapier und Holzfaser aus Sägerestholz brauchen deutlich weniger Primärenergie als geschäumte Kunststoffe. Zweitens die Entsorgung – sortenreine Mineralwolle und Kunststoffdämmung sind heute überwiegend Abfall, nachwachsende Dämmstoffe lassen sich thermisch oder stofflich verwerten. Drittens der sommerliche Hitzeschutz: Holzfaser und Zellulose haben eine deutlich höhere Wärmespeicherfähigkeit und verzögern das Aufheizen ausgebauter Dachgeschosse spürbar. Das ist ihr stärkstes Argument, und es taucht in keiner Lambda-Tabelle auf.

Ehrlich bleiben muss man beim Rest: Nachwachsende Dämmstoffe haben in aller Regel höhere Lambda-Werte, brauchen für denselben U-Wert mehr Dicke und kosten pro Quadratmeter mehr. Wo Platz ist – Zwischensparren, oberste Geschossdecke, Gefach – ist das unerheblich. An einer Innendämmung mit knapper Aufbauhöhe kann es der Ausschlussgrund sein.

Von der Datenbank zur Dämmstärke

Diese Datenbank beantwortet die Frage, welches Material infrage kommt und was es kennzeichnet. Sie beantwortet nicht, wie dick es werden muss – denn das hängt vom U-Wert Ihres Bestandsbauteils und vom Zielwert ab, den Sie erreichen wollen.

Der Weg in zwei Schritten: Zuerst den heutigen U-Wert Ihres Bauteils in der U-Wert-Datenbank nachschlagen, dann mit diesem Wert und dem gewählten Material die nötige Dämmstärke berechnen. Der Rechner liefert zusätzlich die Materialkosten, die zu erwartende Einsparung und die Amortisationszeit für fünf gängige Dämmstoffe im Vergleich.

Ihre nächsten Schritte

Die Datenbank gibt Ihnen Orientierung. Eine verbindliche Aussage darüber, welcher Dämmstoff an Ihrem Gebäude in welcher Dicke sinnvoll ist, setzt eine Vor-Ort-Begehung mit Bauteilaufnahme und – bei Innendämmung – einen Feuchteschutznachweis voraus.

In meiner Erstberatung (250 EUR, anrechenbar auf Folgeaufträge) sehe ich mir Ihre Gebäudehülle an und sage Ihnen, welche Maßnahme sich in welcher Reihenfolge rechnet. Wenn Sie die Sanierung über mehrere Jahre planen, ist der individuelle Sanierungsfahrplan der passende Rahmen dafür. Was eine Energieberatung kostet und was davon gefördert wird, steht unter Kosten der Energieberatung. Vor Ort bin ich als Energieberater in Feuchtwangen und im Landkreis Ansbach.

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Weiterführende Informationen

Adresse

Christoph Engelhardt
Fritz-Präg-Weg 2
91555 Feuchtwangen
Deutschland


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