In meiner Beratungspraxis sehe ich Schimmelprobleme in jedem dritten Gebaeude. Die gute Nachricht: Fast immer haette man sie verhindern koennen. Schimmel entsteht nicht zufaellig – er folgt klaren bauphysikalischen Regeln. Wer diese Regeln versteht, kann gezielt vorbeugen.

Als unabhaengiger Energieberater habe ich dabei eine andere Perspektive als Produkthersteller oder Baumaerkte: Ich verkaufe weder Lueftungsanlagen noch Daemmstoffe. Mein Ziel ist eine ehrliche Analyse – was ist die Ursache, und was ist die wirtschaftlichste Loesung? In diesem Ratgeber erklaere ich Ihnen die Zusammenhaenge zwischen Feuchtigkeit, Temperatur und Bausubstanz, zeige konkrete Sofortmassnahmen und gehe auf bauliche Loesungen ein, die Schimmel dauerhaft verhindern.

Das Wichtigste in Kuerze:
• Schimmel braucht immer drei Faktoren: Feuchtigkeit + kalte Oberflaeche + Naehrboden -- einen davon eliminieren genuegt
• Ein 2-Personen-Haushalt produziert 6--12 Liter Feuchtigkeit pro Tag -- diese muss durch richtiges Lueften abgefuehrt werden
Stossluften statt Kippluften: 5 Minuten weit oeffnen statt stundenlang kippen
• Kein Raum unter 16 °C -- auch ungenutzte Raeume beheizen
• Bauliche Massnahmen wie Daemmung und Lueftungsanlage sind mit 15--20 % BAFA-Zuschuss foerderbar

Warum entsteht Schimmel? Die 3 Faktoren einfach erklaert

Schimmel braucht immer drei Dinge gleichzeitig: Feuchtigkeit, eine kalte Oberflaeche und organisches Material als Naehrboden. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wer einen dieser drei Faktoren beseitigt, verhindert Schimmelwachstum. In der Praxis laesst sich der Naehrboden (Tapete, Putz, Staub) kaum eliminieren – also muessen wir an Feuchtigkeit und Oberflaechentemperatur ansetzen.

Feuchtigkeit + kalte Oberflaeche = Kondenswasser

Warme Luft kann deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Wenn diese warme, feuchte Raumluft auf eine kalte Oberflaeche trifft – etwa eine schlecht gedaemmte Aussenwand – kuehlt sie ab und kann die Feuchtigkeit nicht mehr halten. Das Wasser kondensiert an der Wand, genau wie an einer Brille, die Sie im Winter aus der Kaelte in einen warmen Raum bringen.

Dieses Kondenswasser ist der entscheidende Faktor. Sobald eine Oberflaeche ueber laengere Zeit feucht bleibt, beginnt Schimmel zu wachsen – oft unsichtbar hinter Moebeln oder in Raumecken.

Der Taupunkt – das entscheidende Prinzip

Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die Luftfeuchtigkeit zu kondensieren beginnt. Er haengt von zwei Groessen ab: der Raumtemperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit. Die folgende Tabelle zeigt, ab welcher Oberflaechentemperatur Kondenswasser entsteht:

Raumtemperatur 40 % rel. LF 50 % rel. LF 60 % rel. LF 70 % rel. LF
18 °C 4,0 °C 7,4 °C 10,1 °C 12,3 °C
20 °C 6,0 °C 9,3 °C 12,0 °C 14,4 °C
22 °C 7,8 °C 11,1 °C 13,9 °C 16,3 °C

Beispiel: Bei 20 °C Raumtemperatur und 60 % relativer Luftfeuchtigkeit liegt der Taupunkt bei 12,0 °C. Jede Wandoberflaeche, die kaelter als 12 °C ist, wird feucht. In einem ungedaemmten Altbau kann die Wandoberflaeche bei Frost leicht auf 8–10 °C fallen – Schimmel ist dann vorprogrammiert.

Genau hier liegt die Kernkompetenz des Energieberaters: Mit Messgeraeten und Thermografie bestimme ich die tatsaechliche Oberflaechentemperatur an kritischen Stellen – messen statt raten.

Wo Schimmel am haeufigsten entsteht (Waermebruecken)

Waermebruecken sind Stellen in der Gebaeudehuelle, an denen mehr Waerme nach aussen abfliesst als an der uebrigen Flaeche. Die Folge: Die Innenseite wird dort besonders kalt. Typische Waermebruecken sind:

  • Fensterlaibungen – die duenne Wand rund um das Fenster kuehlt stark aus
  • Aussenecken – wo zwei Aussenwaende aufeinandertreffen, ist die Oberflaeche besonders kalt (geometrische Waermebruecke)
  • Rollladenkaesten – schlecht gedaemmte Kaesten leiten Kaelte direkt in den Raum
  • Heizkoerpernischen – duennere Wandbereiche verlieren ueberproportional viel Waerme
  • Deckenanschluesse – die Betondecke leitet Waerme nach aussen ab

Mit einer Thermografieaufnahme lassen sich diese Schwachstellen sichtbar machen. Die Waermebildkamera zeigt praezise, wo die Oberflaechentemperatur unter den kritischen Taupunkt faellt. Das ist keine Vermutung, sondern ein bauphysikalischer Nachweis – und damit die Grundlage fuer gezielte Massnahmen.

Die 5 groessten Feuchtigkeitsquellen in Ihrem Zuhause

Um Schimmel vorzubeugen, muessen Sie wissen, woher die Feuchtigkeit kommt. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Quellen in einem typischen Haushalt:

Aktivitaet Feuchtigkeit pro Tag
Atmen (2 Personen) 1,0–1,5 Liter
Duschen/Baden 1,0–1,5 Liter
Kochen 0,5–1,0 Liter
Waeschetrocknen (innen) 1,0–3,5 Liter
Zimmerpflanzen 0,5–1,0 Liter

Ein 2-Personen-Haushalt produziert also 6–12 Liter Feuchtigkeit pro Tag. Diese Feuchtigkeit muss durch gezieltes Lueften nach draussen abgefuehrt werden – sonst sucht sie sich den Weg an die kaelteste Wandoberflaeche.

Richtig lueften: Stossluften statt Kippluften

Richtiges Lueften ist die wichtigste und gleichzeitig kostenlose Massnahme gegen Schimmel. Doch zwischen Stossluften und Kippluften liegen Welten.

Warum Kippluften Schimmel foerdert

Ein gekipptes Fenster tauscht die Luft nur minimal aus – der Luftaustausch betraegt etwa ein Zehntel des Stossliftens. Gleichzeitig kuehlt die Fensterlaibung durch den staendigen Luftzug dauerhaft aus. Die kaelteste Stelle wird also noch kaelter, waehrend die Feuchtigkeit im Raum kaum sinkt. Das Ergebnis: Schimmel genau an der Fensterlaibung – die haeufigste Schimmelstelle in Wohnungen mit Kipplueftungsgewohnheit.

Lueftungsplan nach Jahreszeit

Die optimale Lueftungsdauer haengt von der Aussentemperatur ab. Je kaelter die Aussenluft, desto trockener ist sie und desto schneller nimmt sie Feuchtigkeit auf:

Jahreszeit Dauer pro Stossliftung Haeufigkeit
Winter (Dez–Feb) 5 Minuten 3–4 x taeglich
Uebergangszeit (Maerz–Mai, Sep–Nov) 10 Minuten 3 x taeglich
Sommer (Jun–Aug) 15–20 Min. (frueh morgens) 2 x taeglich

Faustregel: Je kaelter draussen, desto kuerzer und oefter lueften. Im Winter genuegen 5 Minuten weit geoeffnetes Fenster, um die Raumluft komplett auszutauschen.

Querlueften fuer maximalen Effekt

Der schnellste Luftaustausch gelingt durch Querlueften: Oeffnen Sie gegenueberliegende Fenster gleichzeitig. Der Durchzug tauscht die gesamte Raumluft in 2–3 Minuten aus. Ein Hygrometer zeigt den Erfolg sofort an – die relative Luftfeuchtigkeit faellt nach dem Stossluften im Winter typischerweise um 10–20 Prozentpunkte.

Ausfuehrliche Tipps zum Zusammenspiel von Lueften und Heizen finden Sie in meinem Ratgeber Richtig heizen.

Richtig heizen gegen Schimmel: Raumtemperaturen nach Raum

Neben dem Lueften ist die richtige Beheizung entscheidend. Zu niedrige Raumtemperaturen fuehren zu kalten Wandoberflaechen – und damit zu Kondensation.

Temperatur-Tabelle pro Raum

Raum Empfohlene Temperatur
Wohnzimmer 20–21 °C
Schlafzimmer 16–18 °C
Kueche 18–20 °C
Badezimmer 22–24 °C
Flur/Treppenhaus 15–16 °C

Wichtig: Kein Raum sollte dauerhaft unter 16 °C fallen – auch Gaestezimmer, Abstellraeume und andere wenig genutzte Raeume nicht.

Warum auch wenig genutzte Raeume beheizt werden muessen

Kalte Raeume bedeuten kalte Waende – und kalte Waende ziehen Feuchtigkeit an. Gaestezimmer, Abstellraeume und selten genutzte Hobbyraum sind deshalb haeufige Problemzonen. Stellen Sie die Heizung in diesen Raeumen auf mindestens Stufe 2 (entspricht etwa 16 °C), auch wenn Sie den Raum tage- oder wochenlang nicht nutzen.

Tueren zwischen unterschiedlich beheizten Raeumen schliessen

Ein haeufiger Fehler: Die Tuer zwischen dem warmen Wohnzimmer (20 °C) und dem kuehlen Schlafzimmer (16 °C) steht offen, damit “etwas Waerme ins Schlafzimmer kommt”. Was tatsaechlich passiert: Die warme, feuchte Luft aus dem Wohnzimmer stroemt ins kuehle Schlafzimmer, kuehlt dort ab – und die Feuchtigkeit kondensiert an den kalten Waenden. Halten Sie Tueren zwischen unterschiedlich temperierten Raeumen geschlossen. Das ist eine der einfachsten und wirksamsten Massnahmen gegen Schimmel.

Luftfeuchtigkeit messen und kontrollieren

Was Sie nicht messen, koennen Sie nicht kontrollieren. Ein Hygrometer ist das wichtigste Werkzeug zur Schimmelpraevention.

Welches Hygrometer ist empfehlenswert?

Ein digitales Thermo-Hygrometer kostet 10–15 Euro und genuegt voellig. Platzieren Sie es an einer Innenwand auf Brusthoehe – nicht direkt am Fenster, nicht ueber der Heizung und nicht in der prallen Sonne. Ideal ist ein Geraet in jedem kritischen Raum: Schlafzimmer, Bad und Wohnzimmer.

Grenzwerte: Wann wird es kritisch?

  • 40–60 % relative Luftfeuchtigkeit – optimaler Bereich, kein Handlungsbedarf
  • 60–65 % – Grenzbereich, Lueftungsverhalten ueberpruefen
  • Ab 65 % – erhoehtes Risiko, sofort handeln
  • Ab 70 % – akutes Schimmelrisiko, besonders bei kalten Wandoberflaechen

Im Winter ist die Luftfeuchtigkeit in vielen Wohnungen zu hoch, weil weniger gelueftet wird. Messen Sie morgens vor dem Lueften – dieser Wert zeigt, wie viel Feuchtigkeit sich ueber Nacht angesammelt hat.

Berechnen Sie mit diesem interaktiven Tool, ob in Ihrem Zuhause Schimmelgefahr besteht:

Ist Ihre Luftfeuchtigkeit im grünen Bereich?

Geben Sie Ihre aktuelle Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur ein. Der Rechner bewertet das Schimmelrisiko und berechnet den Taupunkt.

Relative Luftfeuchtigkeit
50 %
20 %55 %90 %
Raumtemperatur
21 °C
14 °C20 °C26 °C
Luftfeuchtigkeit
50 %
Taupunkt

Schimmel vorbeugen im Schlafzimmer

Das Schlafzimmer ist der schimmelanfaelligste Raum im Haus: niedrige Temperatur (16–18 °C), 8 Stunden Atemfeuchtigkeit und oft Moebel direkt an der Aussenwand. Zwei Personen produzieren allein durch Atmen und Schwitzen bis zu 1 Liter Feuchtigkeit pro Nacht.

Die wichtigsten Regeln fuers Schlafzimmer:

  • Morgens sofort stossluften – Fenster weit oeffnen, nicht kippen
  • Bettdecke zurueckschlagen, damit Matratze und Bettwaesche trocknen koennen
  • Moebel 5–10 cm von Aussenwaenden abruecken – besonders den Kleiderschrank
  • Temperatur nicht unter 16 °C fallen lassen, auch nachts
  • Keine Waesche im Schlafzimmer trocknen

Ausfuehrliche Tipps, Gesundheitsrisiken und bauliche Loesungen speziell fuers Schlafzimmer finden Sie in meinem Ratgeber Schimmel im Schlafzimmer.

Schimmel vorbeugen im Badezimmer

Das Bad ist die zweitgroesste Feuchtigkeitsquelle im Haushalt. Beim Duschen entstehen 1,0–1,5 Liter Wasserdampf, die auf engem Raum konzentriert sind.

So vermeiden Sie Schimmel im Bad:

  • Nach dem Duschen: Fenster weit oeffnen oder Abluefter einschalten. Restwasser von Fliesen und Duschkabine mit einem Abzieher entfernen – das reduziert die Verdunstung erheblich.
  • Fugen regelmaessig pruefen: Silikonfugen sind ein klassischer Schimmel-Hotspot. Verfaerbte oder beschaedigte Fugen zeitnah erneuern.
  • Handtuecher nicht im geschlossenen Bad trocknen: Haengen Sie nasse Handtuecher zum Trocknen in einen gut beluefteten Raum oder auf den Balkon.
  • Fensterlose Baeder: Hier ist ein leistungsfaehiger Abluefter besonders wichtig. Bei hohem Duschaufkommen kann ein elektrischer Entfeuchter sinnvoll sein.

Bauliche Massnahmen: Schimmel dauerhaft verhindern

Lueften und Heizen helfen bei den Symptomen. Wenn der Schimmel trotz korrektem Verhalten immer wiederkommt, liegt die Ursache in der Bausubstanz selbst. Hier beginnt die Arbeit des Energieberaters – und hier unterscheidet sich eine dauerhafte Loesung von einer kosmetischen Reparatur.

Waermedaemmung (Aussen- und Innendaemmung)

Die wirksamste Massnahme gegen Schimmel ist die Waermedaemmung der Aussenwand. Sie erhoeht die Oberflaechentemperatur der Innenwand ueber den Taupunkt – Kondensation findet nicht mehr statt. Ein typischer U-Wert-Sprung: von 1,5 W/(m2K) (ungedaemmte 70er-Jahre-Wand) auf 0,20 W/(m2K) (mit 14 cm Daemmung). Die Wandoberflaeche steigt von 9–10 °C auf 17–18 °C – weit ueber jedem realistischen Taupunkt.

Aussendaemmung (WDVS – Waermedaemmverbundsystem) ist die nachhaltigste Loesung. Sie schuetzt die gesamte Wand, beseitigt Waermebruecken und ist technisch unkompliziert.

Innendaemmung ist bei Denkmalschutz, Fachwerk oder Grenzbebauung oft die einzige Option. Calciumsilikatplatten (Klimaplatten) eignen sich besonders gut: Sie sind kapillaraktiv, feuchteregulierend und schimmelresistent durch ihren hohen pH-Wert. Kosten: ca. 80–150 EUR/m2 inklusive Einbau.

Warum die Wandstaerke allein keinen Schutz bietet, erklaere ich in meinem Artikel Daemmung: Warum dicke Waende nicht genuegen.

Fenstertausch und Laibungsdaemmung

Neue Fenster allein reichen oft nicht aus – im Gegenteil: Ohne gleichzeitige Laibungsdaemmung verschiebt sich der kaelteste Punkt lediglich von der Scheibe in die Laibung. Der Schimmel wandert mit. Eine fachgerechte Daemmung der Fensterlaibung (2–3 cm Daemmplatte genuegen oft) verhindert dieses Problem zuverlaessig.

Mehr dazu, warum Schimmel gerade nach dem Fenstertausch auftritt, lesen Sie in meinem Ratgeber Schimmel am Fenster.

Waermebruecken identifizieren mit Thermografie

Die Thermografie macht sichtbar, was das blosse Auge nicht erkennen kann: Temperaturdifferenzen auf der Wandoberflaeche, kalte Ecken, undichte Rollladenkaesten, durchgehende Betondecken. In meiner Beratungspraxis ist die Waermebildkamera das wichtigste Diagnoseinstrument. Sie zeigt praezise, wo die Wandoberflaeche unter den Taupunkt faellt – und damit, wo der Schimmel als Naechstes auftreten wuerde.

Die Kosten fuer eine Thermografieaufnahme liegen bei 150–400 EUR und werden im Rahmen einer Energieberatung haeufig mit durchgefuehrt. Es ist die einzige Methode, die bauliche Schwachstellen objektiv nachweist – ohne Waende aufzubrechen.

Kalkputz und alkalische Farben

Schimmelpilze bevorzugen ein leicht saures Milieu. Kalkputz und Kalkfarbe schaffen mit ihrem hohen pH-Wert (ueber 12) ein alkalisches Milieu, das Schimmelwachstum hemmt. Zusaetzlich reguliert Kalkputz die Raumfeuchtigkeit: Er nimmt ueberschuessige Feuchtigkeit auf und gibt sie bei trockener Luft wieder ab.

Praxistipp: Kalkfarbe darf nicht mit Dispersionsfarbe ueberstrichen werden – sonst geht die alkalische Wirkung verloren. Wenn Sie Kalkputz oder Kalkfarbe verwenden, muessen auch kuenftige Anstriche mit Kalkfarbe erfolgen.

Lueftungsanlage nachruesten

Eine dezentrale Lueftungsanlage mit Waermerueckgewinnung sorgt automatisch fuer ausreichenden Luftaustausch, ohne dass Sie Fenster oeffnen muessen. Besonders sinnvoll ist sie in dicht sanierten Gebaeuden, in denen die natuerliche Undichtigkeit der alten Huelle wegfaellt.

Nach dem Gebaeudeenergiegesetz (GEG) ist bei bestimmten Sanierungen ein Lueftungskonzept nach DIN 1946-6 verpflichtend – etwa wenn mehr als ein Drittel der Fenster getauscht wird. Dezentrale Geraete sind ab ca. 3.000 EUR erhaeltlich und lassen sich ohne groessere Bauarbeiten in Aussenwaende einsetzen.

Schimmel nach Sanierung: Warum neue Fenster Probleme verursachen koennen

Ein Thema, das in meiner Beratungspraxis immer wieder auftaucht – und das kaum ein Ratgeber behandelt: Schimmel, der nach einer Sanierung auftritt. Die Ueberraschung ist gross, wenn trotz neuer Fenster ploetzlich Schimmel in der Wohnung erscheint.

Dichtere Huelle veraendert den Feuchtigkeitshaushalt

Alte Fenster haben “natuerliche” Undichtigkeiten – kleine Ritzen und Fugen, durch die staendig ein minimaler Luftaustausch stattfindet. Dieser unkontrollierte Luftwechsel hat jahrzehntelang die ueberschuessige Feuchtigkeit abgefuehrt, ohne dass die Bewohner etwas dafuer tun mussten.

Neue Fenster sind luftdicht. Das ist energetisch gewollt – aber es bedeutet: Die Feuchtigkeit bleibt in der Wohnung. Wenn das Lueftungsverhalten nicht angepasst wird, steigt die Luftfeuchtigkeit, und das Kondensat entsteht an der naechsten Schwachstelle: der Fensterlaibung, der Aussenecke oder hinter dem Schrank.

Lueftungskonzept als Pflicht nach GEG

Bei Austausch von mehr als einem Drittel der Fenster ist ein Lueftungskonzept nach DIN 1946-6 erforderlich. Dieses Konzept prueft, ob die verbleibenden Undichtigkeiten fuer ausreichenden Luftwechsel sorgen – und empfiehlt bei Bedarf technische Loesungen (Fensterfalzluefter, dezentrale Lueftungsgeraete oder eine zentrale Lueftungsanlage).

Der Energieberater erstellt dieses Konzept und stimmt es mit den uebrigen Sanierungsmassnahmen ab. Ohne genehmigtes Lueftungskonzept koennen in vielen Faellen die Foerdermittel nicht beantragt werden.

Foerderung fuer schimmel-verhindernde Massnahmen

Was viele nicht wissen: Praktisch alle baulichen Massnahmen, die Schimmel dauerhaft verhindern, sind foerderbar. Kein einziger der gaengigen Online-Ratgeber erwaehnt das – dabei koennen Sie damit tausende Euro sparen.

BAFA-Zuschuss fuer Daemmung (15–20 %)

Daemmmassnahmen an der Gebaeudehuelle werden im Rahmen der BEG-Einzelmassnahmen ueber das BAFA gefoerdert:

  • Grundfoerderung: 15 % der foerderfaehigen Kosten
  • Mit iSFP-Bonus: 20 % der foerderfaehigen Kosten (5 % zusaetzlich)
  • Max. foerderfaehige Kosten: 30.000 EUR pro Wohneinheit (ohne iSFP) / 60.000 EUR (mit iSFP)

Rechenbeispiel: Bei einer Fassadendaemmung fuer 40.000 EUR erhalten Sie mit iSFP-Bonus 8.000 EUR Zuschuss vom Staat.

Fenstertausch und Lueftungsanlagen

Auch der Fenstertausch und der Einbau einer Lueftungsanlage sind als Einzelmassnahmen foerderbar – mit denselben Foerdersaetzen von 15–20 %. Berechnen Sie Ihren individuellen Foerderbetrag mit unserem Foerderrechner.

iSFP-Bonus: 5 % extra

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist nicht nur die beste Grundlage fuer eine gezielte Schimmelpraevention, sondern bringt Ihnen auch einen 5 % Foerder-Bonus auf jede Einzelmassnahme – das sind bis zu 3.000 EUR zusaetzliche Foerderung pro Wohneinheit und Jahr.

Der iSFP selbst wird mit 80 % vom BAFA bezuschusst (max. 1.300 EUR fuer Ein-/Zweifamilienhaeuser). Ihr Eigenanteil liegt damit bei 400–600 EUR. Ausfuehrliche Informationen zu allen Foerderprogrammen finden Sie auf meiner Seite zur Foerderung fuer die Sanierung.

Checkliste: Schimmelrisiko in 2 Minuten einschaetzen

Schimmelrisiko-Check

Beantworten Sie die folgenden 10 Fragen mit Ja oder Nein. Ab 3x Ja besteht ein erhoehtes Schimmelrisiko.

Haeufige Fragen zu Schimmel vorbeugen

Wie entsteht Schimmel in der Wohnung?

Schimmel entsteht, wenn Feuchtigkeit aus der Raumluft an kalten Oberflaechen kondensiert. Die drei Voraussetzungen sind: hohe Luftfeuchtigkeit, eine kalte Oberflaeche (unter der Taupunkttemperatur) und organisches Material als Naehrboden. In der Praxis bedeutet das: Ueberall, wo warme Raumluft auf eine schlecht gedaemmte Aussenwand oder eine Waermebruecke trifft, kann Schimmel entstehen.

Welche Raumtemperatur verhindert Schimmel?

Wohnraeume sollten auf mindestens 20 °C, Schlafzimmer auf 16–18 °C geheizt werden. Kein Raum sollte dauerhaft unter 16 °C fallen, auch wenn er nicht genutzt wird. Denn kalte Raeume bedeuten kalte Wandoberflaechen – und dort kondensiert die Feuchtigkeit.

Ab welcher Luftfeuchtigkeit entsteht Schimmel?

Ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von 65 % steigt das Risiko deutlich. Ab 70 % ist Schimmelbildung bei kalten Wandoberflaechen sehr wahrscheinlich. Der ideale Bereich liegt bei 40–60 %. Ein digitales Hygrometer (10–15 EUR) hilft, die Werte im Blick zu behalten.

Hilft Daemmung gegen Schimmel oder foerdert sie ihn?

Fachgerecht ausgefuehrte Daemmung ist der beste Schutz gegen Schimmel, weil sie die Oberflaechentemperatur der Innenwand erhoeht und damit Kondensation verhindert. Nur fehlerhafte Daemmung – etwa Innendaemmung ohne Dampfbremse oder lueckenhafte Ausfuehrung – kann Probleme verursachen. Deshalb ist eine fachgerechte Planung und Baubegleitung entscheidend.

Warum entsteht Schimmel nach Fenstertausch?

Neue Fenster sind deutlich luftdichter als alte. Ohne angepasstes Lueftungsverhalten oder eine Lueftungsanlage bleibt die Feuchtigkeit in der Wohnung und kondensiert an der naechsten Schwachstelle – haeufig an der Fensterlaibung. Deshalb ist bei groesserem Fenstertausch ein Lueftungskonzept nach DIN 1946-6 vorgeschrieben.

Was kostet eine Schimmel-Ursachenanalyse beim Energieberater?

Eine Erstberatung mit Vor-Ort-Besichtigung und Feuchtemessung beginnt bei 250 EUR. Bei Bedarf kann eine Thermografie-Untersuchung ergaenzt werden. Die Kosten einer umfassenden Energieberatung (iSFP) werden vom BAFA mit bis zu 50 % bezuschusst. Mieter koennen ein Gutachten bei Streit mit dem Vermieter als neutrale Grundlage nutzen.


Schimmel vorbeugen ist einfacher und guenstiger als Schimmel bekaempfen. In vielen Faellen genuegen richtiges Lueften und Heizen. Wenn die Ursache in der Bausubstanz liegt, fuehrt kein Weg an einer fachlichen Analyse vorbei.

Als Energieberater aus Franken analysiere ich die Ursachen in Ihrem Gebaeude, erstelle einen Sanierungsfahrplan mit Foerderempfehlung und begleite die Umsetzung. Die Erstberatung kostet 250 EUR und wird vollstaendig auf alle weiteren Leistungen angerechnet.

Kontakt aufnehmen oder direkt anrufen unter +49 156 78 89 59 48.

Adresse

Christoph Engelhardt
Fritz-Präg-Weg 2
91555 Feuchtwangen
Deutschland


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