Hinweis zu Förderangaben: Stand der Angaben ist der seit 21.07.2026 geltende Förderrahmen. Angekündigte, aber noch nicht verbindlich geregelte Boni sind nicht eingerechnet. Die genannten Förderprogramme, Fördersätze, Obergrenzen und Voraussetzungen dienen der Orientierung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit wird keine Gewähr übernommen. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Richtlinien und Portale von BAFA und KfW sowie der konkrete Förderbescheid.

Sie stehen vor der Frage „Welche Heizung ist die richtige?” – und finden im Internet vor allem Ratgeber von Herstellern, Installateuren und Vergleichsportalen. Als unabhängiger Energieberater empfehle ich keine bestimmten Produkte, sondern berate herstellerneutral. In diesem Vergleich erfahren Sie, welche Heizungsarten es gibt, was sie kosten und welche Heizung 2026 wirklich zu Ihrem Haus passt.

Das Wichtigste in Kürze:
• Die Wärmepumpe ist für die meisten Gebäude die zukunftssicherste Lösung
• Biomasseheizungen (Pellet, Hackschnitzel) sind eine vollwertige Alternative, wo eine Wärmepumpe nicht optimal passt
• Klimaanlagen / Luft-Luft-Wärmepumpen können als günstige Brückentechnologie einen erheblichen Teil der Heizlast übernehmen
• Für einen förderfähigen Heizungstausch gibt es je nach persönlicher Situation 30 bis 80 % Förderung
• Gas- und Ölheizungen sind wegen steigender CO₂-Kosten und der Bio-Treppe wirtschaftlich meist keine Empfehlung mehr – gesetzlich sind sie seit dem GModG wieder uneingeschränkt zulässig

Heizungsgesetz 2026: Was Sie jetzt wissen müssen

Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Es hat das Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst und die frühere 65-%-Pflicht für neue Heizungen ersatzlos gestrichen. Wenn Sie noch Ratgeber lesen, in denen die 65-%-Regel als geltendes Recht dargestellt wird, ist der Stand veraltet.

Was an die Stelle der 65-Prozent-Regel getreten ist

§ 42 GModG enthält einen Optionenkatalog mit zehn gleichrangig zulässigen Heizungsarten: Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung, elektrische Wärmepumpe, Solarthermie, Biomasse- oder Wasserstoffheizung, Wärmepumpen-Hybrid, Solarthermie-Hybrid, hocheffiziente KWK, Stromdirektheizung, Wärmenetzanschluss sowie sonstige innovative Lösungen.

Auch die frühere Kopplung an die kommunale Wärmeplanung ist entfallen. Das Wärmeplanungsgesetz besteht als eigenes Gesetz fort, löst aber keine Heizungspflichten mehr aus. Für Ihre Entscheidung bleibt es trotzdem relevant: Es zeigt, ob in Ihrer Straße Fernwärme geplant ist.

Eine ausführliche Übersicht aller Änderungen finden Sie unter GModG 2026.

Kann ich noch eine Gas- oder Ölheizung einbauen?

Ja, ohne Einschränkung und ohne Frist – das ist seit dem GModG ausdrücklich zulässig. Die Entscheidung ist damit aber keine rechtliche mehr, sondern eine wirtschaftliche. Wer eine fossile Heizung einbaut, muss ab 2029 steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe beimischen (Bio-Treppe: 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040). Dazu kommen stark steigende CO₂-Kosten – von aktuell 65 €/t auf perspektivisch über 120 €/t – und der Umstand, dass es für fossile Systeme keine Förderung gibt. Meine klare Empfehlung: Investieren Sie lieber direkt in ein zukunftssicheres System.

Alle Heizungsarten im Überblick

Wärmepumpe (Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser)

Die Wärmepumpe nutzt Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und wandelt sie mithilfe von Strom in Heizwärme um. Mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,0 bis 4,5 erzeugt sie aus einer kWh Strom drei bis viereinhalb kWh Wärme.

Typ Anschaffung JAZ Besonderheit
Luft-Wasser 18.000–35.000 € 3,0–3,8 Einfachste Installation, beliebteste Variante
Sole-Wasser 25.000–45.000 € 3,8–4,5 Erfordert Erdbohrung, höchste Effizienz
Wasser-Wasser 25.000–50.000 € 4,0–5,0 Erfordert Grundwasserbrunnen, genehmigungspflichtig

Vorteile: Höchste Zukunftssicherheit, je nach Voraussetzungen 30 bis 80 % Förderung, niedrige Betriebskosten, keine direkten CO₂-Emissionen bei Ökostrom.

Nachteile: Hohe Anschaffungskosten, erfordert niedrige Vorlauftemperaturen (optimal unter 55 °C), Außeneinheit kann Geräusche verursachen.

Meine Einschätzung als Energieberater: Die Wärmepumpe ist für die meisten Gebäude die beste Wahl – auch im Altbau. In meiner Beratungspraxis in Franken sehe ich, dass selbst bei Häusern ab Baujahr 1970 eine Luft-Wasser-Wärmepumpe effizient arbeiten kann, wenn man vorher die Vorlauftemperatur optimiert und gegebenenfalls einzelne Heizkörper tauscht. Lesen Sie dazu meinen Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.

Gas-Brennwertheizung

Die Gasheizung nutzt Erdgas und erreicht mit Brennwerttechnik einen Wirkungsgrad von bis zu 98 %. Sie war jahrzehntelang die Standardlösung, verliert aber wegen steigender CO₂-Kosten und fehlender Förderung schnell an Attraktivität.

Anschaffungskosten: 9.000–15.500 € Förderung: Keine (seit 2024) CO₂-Emissionen: 202 g/kWh

Meine Einschätzung: Ich rate von einer neuen Gasheizung ab. Die Betriebskosten werden durch CO₂-Bepreisung jedes Jahr teurer, und ab 2029 kommen Pflichtanteile erneuerbarer Brennstoffe hinzu. Wer heute Gas einbaut, wird in 10 Jahren bereuen.

Öl-Brennwertheizung

Ähnlich wie Gas, aber mit noch höheren CO₂-Emissionen (266 g/kWh) und Abhängigkeit vom Ölpreis. Der Einbau ist 2026 zwar noch möglich, aber die wirtschaftliche Perspektive ist die schlechteste aller Optionen.

Anschaffungskosten: 12.000–16.000 € Förderung: Keine Meine Einschätzung: Keine Empfehlung. Die Ölheizung ist das teuerste System über 20 Jahre.

Biomasseheizung (Pellet, Hackschnitzel)

Biomasseheizungen verbrennen nachwachsende Rohstoffe und gelten als CO₂-neutral (der freigesetzte Kohlenstoff wurde zuvor von den Pflanzen gebunden). Sie sind eine vollwertige erneuerbare Alternative, besonders für Gebäude, in denen eine Wärmepumpe nicht optimal funktioniert.

Typ Anschaffung Lagerraum Komfort
Pelletheizung 20.000–35.000 € ca. 5–8 m² Automatische Beschickung, wartungsarm
Hackschnitzelheizung 25.000–55.000 € ca. 15–30 m² Günstigster Brennstoff, für größere Objekte

Vorteile: Je nach Voraussetzungen 30 bis 80 % Förderung, hohe Vorlauftemperaturen möglich (ideal für unsanierte Altbauten), unabhängig von Strom- und Gaspreisen.

Nachteile: Benötigt Lagerraum, höherer Wartungsaufwand als Wärmepumpe, Feinstaub-Emissionen (durch moderne Filter minimiert), Ascheentsorgung nötig.

Meine Einschätzung: Die Biomasse-Heizung ist meine Empfehlung für Altbauten mit hohem Wärmebedarf und vorhandenem Lagerraum, wo eine Wärmepumpe nicht wirtschaftlich arbeiten kann. In Franken gibt es zudem gute Verfügbarkeit von Pellets und Hackschnitzeln.

Klimaanlage / Luft-Luft-Wärmepumpe als Brückentechnologie

Split-Klimageräte sind technisch gesehen Luft-Luft-Wärmepumpen und können im Heizbetrieb eine erstaunliche Effizienz erreichen (COP 3,0–5,0). Sie decken typischerweise 50–70 % der Heizlast ab und eignen sich hervorragend als Ergänzung zur bestehenden Heizung.

Anschaffungskosten: 2.000–5.000 € pro Gerät (typisch: 2 Geräte für ein EFH ≈ 4.000–10.000 €) Förderung: Keine BEG-Förderung Installation: In 1–2 Tagen, kein Eingriff in die bestehende Heizung nötig

Vorteile: Sehr geringe Investitionskosten, hohe Effizienz, schnelle Installation, kann auch kühlen, keine fossilen Brennstoffe im Betrieb.

Nachteile: Deckt nicht die volle Heizlast ab, bei sehr tiefen Temperaturen sinkt die Effizienz, keine zentrale Warmwasserbereitung.

Meine Einschätzung: Die Klimaanlage ist die unterschätzte Brückentechnologie. In meiner Beratungspraxis empfehle ich sie Hausbesitzern, die noch nicht bereit für eine Vollsanierung sind, aber schon jetzt 30–50 % Heizkosten sparen wollen. Die alte Heizung springt nur noch bei extremer Kälte ein. Berechnen Sie Ihr Einsparpotenzial mit dem Klimaanlagen-Simulator.

Solarthermie als Ergänzung

Solarthermie-Anlagen erzeugen Wärme aus Sonnenstrahlung – vor allem für Warmwasser (60–70 % Deckung) und als Heizungsunterstützung. Sie sind keine eigenständige Heizung, sondern ergänzen andere Systeme.

Anschaffungskosten: 5.000–12.000 € Förderung: Im Rahmen der BEG-Einzelmaßnahmen möglich

Fernwärme

Wo ein Fernwärmenetz vorhanden ist, kann der Anschluss eine wirtschaftliche und unkomplizierte Lösung sein. Die kommunale Wärmeplanung zeigt, ob Fernwärme in Ihrer Straße geplant ist.

Anschaffungskosten: 5.000–15.000 € (Anschluss + Übergabestation) Förderung: Förderfähig über KfW

Brennstoffzellenheizung

Brennstoffzellen erzeugen Strom und Wärme aus Wasserstoff oder Erdgas (Kraft-Wärme-Kopplung). Hohe Anschaffungskosten (25.000–40.000 €) und die fragliche Wasserstoff-Infrastruktur machen sie derzeit zu einer Nischenlösung.

Elektroheizung und Infrarotheizung

Elektroheizungen wandeln Strom direkt in Wärme um – ohne den Effizienz-Multiplikator einer Wärmepumpe. Bei aktuellen Strompreisen von 0,30 €/kWh sind sie die teuerste Heizungsart im Betrieb. Nur für selten genutzte Räume oder als Notlösung sinnvoll.

Heizungsarten im Kostenvergleich

Anschaffungskosten im Überblick

Heizungsart Anschaffung (brutto) Eigenanteil im 46-%-Beispiel* Förderung möglich
Wärmepumpe (Luft-Wasser) 18.000–35.000 € 9.720–22.120 € 30–80 %, gedeckelt
Pelletheizung 20.000–35.000 € 10.800–22.120 € 30–80 %, gedeckelt
Hackschnitzelheizung 25.000–55.000 € 13.500–42.120 € 30–80 %, gedeckelt
Klimaanlage (2 Geräte) 4.000–10.000 € Keine BEG
Gasheizung (Brennwert) 9.000–15.500 € Keine
Ölheizung (Brennwert) 12.000–16.000 € Keine

*Beispiel mit 30 % Grundförderung und 16 % Klimageschwindigkeitsbonus; für die erste Wohneinheit werden höchstens 28.000 € berücksichtigt.

Detaillierte Kostenaufstellung mit Zusatzkosten finden Sie in meinem Ratgeber Neue Heizung: Kosten 2026.

Betriebskosten: Heizkosten pro kWh und pro m²

Heizungsart Betriebskosten pro kWh Wärme Jährliche Kosten (20.000 kWh)
Wärmepumpe (JAZ 3,2) ~0,063 € ~1.250 €
Pelletheizung ~0,080 € ~1.600 €
Klimaanlage (JAZ 3,8, 65 % Anteil) ~0,079 € (Anteil) ~1.025 € (+ Restbetrieb alte Heizung)
Gasheizung ~0,126 € (inkl. CO₂) ~2.500 €
Ölheizung ~0,140 € (inkl. CO₂) ~2.800 €

Gesamtkosten über 20 Jahre (TCO-Vergleich)

Für ein typisches Einfamilienhaus (150 m², 20.000 kWh/a Heizwärmebedarf):

Heizungsart Anschaffung (nach Förderung) Betriebskosten 20 J. CO₂-Kosten 20 J. Gesamtkosten 20 J.
Wärmepumpe (50 % Förd.) 12.500 € 25.000 € 0 € 37.500 €
Pelletheizung (50 % Förd.) 15.000 € 35.000 € ~800 € 50.800 €
Klimaanlage + Gas 8.000 € 28.000 € ~6.000 € 42.000 € (Übergangslösung)
Gasheizung 12.000 € 48.000 € ~12.000 € 72.000 €
Ölheizung 14.000 € 56.000 € ~16.000 € 86.000 €
Ergebnis: Die Wärmepumpe ist über 20 Jahre das günstigste System – trotz höherer Anschaffungskosten. Gegenüber einer Gasheizung sparen Sie rund 34.500 €, gegenüber Öl sogar 48.500 €.

Welche Förderung gibt es 2026?

Für den Heizungstausch auf erneuerbare Systeme fördert der Staat über die KfW (Programm 458) mit 30 bis 80 % Zuschuss:

Förderbaustein Höhe Bedingung
Grundförderung 30 % Erneuerbare Heizung (WP, Biomasse, Solar, Netz)
Klimageschwindigkeitsbonus 16 % bis 31.01.2027 Selbstnutzung und erfüllte Austauschvoraussetzungen
Einkommensbonus 40 / 30 / 10 % Bis 30.000 / 40.000 / 50.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen; einmalig +10.000 € bei minderjährigem Kind
Maximum 70 %, niedrigste Einkommensstufe 80 % Auf max. 28.000 € förderfähige Kosten für die 1. WE

Das ergibt für die erste Wohneinheit einen maximalen Zuschuss von 22.400 €. Für die zweite bis sechste Wohneinheit gelten jeweils 15.000 €, ab der siebten jeweils 8.000 € als Kostenobergrenze. Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag sind entfallen. Ein angekündigter Wertschöpfungsbonus wird noch nicht eingerechnet. Details finden Sie in meinem Ratgeber Heizungsförderung 2026.

Zusätzliche Förderung durch den iSFP

Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) kann bei BAFA-Einzelmaßnahmen außerhalb des Heizungstauschs die förderfähigen Kosten erhöhen. Der 5-%-Bonus gilt seit 21.07.2026 jedoch nur für den Kostenanteil oberhalb von 30.000 €. Für den Heizungstausch über KfW 458 gibt es keinen iSFP-Bonus. Mehr zum Sanierungsfahrplan.

Unverbindliche Orientierung nach dem Regelstand vom 16.08.2026. Verbindlich bleiben Richtlinien, Portale und Förderbescheide.

Ihre Angaben

KfW 458 gilt für private Eigentümer. Bei mehreren Wohneinheiten verteilt der Rechner Kosten und Höchstbetrag gleichmäßig.

Förderung sicher einordnen

Sie möchten wissen, welche Förderung zu Ihrem Vorhaben passt? Ich prüfe Förderweg, Voraussetzungen und sinnvolle Reihenfolge.

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Welche Heizung für welches Gebäude?

Die beste Heizung für den Neubau

Im Neubau ist die Frage praktisch entschieden, auch ohne gesetzlichen Zwang: Wärmepumpe oder Fernwärme. Neubauten bieten dank guter Dämmung und Fußbodenheizung ideale Voraussetzungen für eine Wärmepumpe mit niedrigen Vorlauftemperaturen. Hinzu kommt, dass ab 2030 der Nullemissionsgebäude-Standard für alle Neubauten gilt – ein fossiles System wäre dann eine Fehlinvestition ab dem ersten Tag.

Die beste Heizung für den Altbau

Im Altbau hängt die richtige Wahl vom energetischen Zustand des Gebäudes ab:

Gebäudezustand Empfehlung Begründung
Saniert (VLT < 50 °C) Wärmepumpe Effizient und günstig im Betrieb
Teilsaniert (VLT 50–60 °C) Wärmepumpe + Maßnahmen HK-Tausch oder Dämmung verbessert Effizienz
Unsaniert (VLT > 60 °C) Biomasse oder Klimaanlage + Beratung Erst sanieren, dann WP – oder Pellet/Hackschnitzel
Kein Platz für Lager Klimaanlage als Brücke → iSFP → WP Schrittweise Lösung

Ausführlich erklärt in meinem Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.

Praxisbeispiel: Altbau in Franken (Baujahr 1965)

In meiner Beratungspraxis hatte ich kürzlich ein typisches fränkisches Einfamilienhaus: Baujahr 1965, 160 m², Ölheizung von 1998, teilgedämmt (Dach und Fenster erneuert). Die Heizlast lag bei rund 12 kW, die Vorlauftemperatur bei 52 °C.

Lösung: Luft-Wasser-Wärmepumpe, drei Heizkörper im Erdgeschoss durch größere Modelle ersetzt. Kosten: 26.000 € brutto, im Beispiel mit 30 % Grundförderung und 16 % Klimageschwindigkeitsbonus 14.040 € Eigenanteil. Ergebnis: Heizkosten von 3.200 €/a (Öl) auf 1.600 €/a (Strom) gesenkt – Amortisation in unter 8 Jahren.

Praxisbeispiel: Einfamilienhaus (Baujahr 1995)

Reihenhaus, 120 m², Gasheizung von 2005, gut gedämmt (WSchVO 1995). Vorlauftemperatur bereits bei 45 °C.

Lösung: Luft-Wasser-Wärmepumpe, ohne Heizkörpertausch. Kosten: 22.000 € brutto, nach 30 % Förderung (Grundförderung) = 15.400 € Eigenanteil. Ergebnis: Heizkosten halbiert, CO₂-Ausstoß auf null (mit Ökostrom).

Erst dämmen, dann Heizung tauschen? Der richtige Sanierungsfahrplan

Warum der energetische Zustand entscheidend ist

Die meisten Ratgeber im Internet behandeln den Heizungstausch isoliert. Als Energieberater sage ich: Betrachten Sie immer das Gesamtgebäude. Wer zuerst dämmt, kann danach eine kleinere und günstigere Heizung einbauen. Wer zuerst die Heizung tauscht, hat möglicherweise eine überdimensionierte Anlage.

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) als Entscheidungshilfe

Der iSFP ist Ihr persönlicher Fahrplan zur energetischen Sanierung. Er zeigt:

  • Welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind
  • Wie sich jede Maßnahme auf Energieverbrauch und Kosten auswirkt
  • Welche Förderung Sie für jede Maßnahme erhalten
  • Ob es wirtschaftlicher ist, erst zu dämmen oder erst die Heizung zu tauschen

Wie ein Energieberater bei der Heizungswahl hilft

In einer Energieberatung analysiere ich Ihr Gebäude ganzheitlich: Gebäudehülle, Heizungstechnik, Nutzungsverhalten. Daraus entsteht eine maßgeschneiderte Empfehlung – nicht auf Basis generischer Tabellen, sondern auf Basis Ihrer individuellen Situation. Kontakt aufnehmen.

Heizungsarten im CO₂-Vergleich

Heizungsart CO₂-Emissionen (g/kWh) CO₂ pro Jahr (20.000 kWh) CO₂ in 20 Jahren
Wärmepumpe (Ökostrom) 0 0 kg 0 t
Wärmepumpe (Strommix) ~130 (÷ JAZ 3,5 ≈ 37) 740 kg 14,8 t
Pelletheizung 23 460 kg 9,2 t
Gasheizung 202 4.040 kg 80,8 t
Ölheizung 266 5.320 kg 106,4 t

Bei steigendem CO₂-Preis (65 €/t 2026, perspektivisch 120+ €/t) wird der Unterschied auch finanziell enorm.

Welche Heizung ist die zukunftssicherste?

Wärmepumpe: Der Allrounder für die Zukunft

Die Wärmepumpe profitiert von drei Trends: sinkende Strompreise durch Erneuerbare, steigende CO₂-Kosten für fossile Brennstoffe und technischer Fortschritt (effizientere Geräte, natürliche Kältemittel). Die aktuelle Fraunhofer-ISE-Studie „WPsmart im Bestand” belegt, dass Wärmepumpen auch in Bestandsgebäuden effizient arbeiten.

Kommunale Wärmeplanung: Was kommt auf Ihre Region zu?

Die Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen arbeiten an ihren kommunalen Wärmeplänen. Diese Pläne zeigen, wo Fernwärme ausgebaut wird und wo Sie auf individuelle Lösungen setzen müssen. Als Energieberater in Franken verfolge ich die Entwicklungen und berate Sie, was das für Ihre Heizungsentscheidung bedeutet.

Entscheidungshilfe: So finden Sie die richtige Heizung

Checkliste: 7 Fragen vor dem Heizungstausch

  1. Wie alt ist Ihre Heizung? Alter, Heizungsart und Funktionsfähigkeit prüfen → bei erfüllten Voraussetzungen 16 % Klimageschwindigkeitsbonus bis 31.01.2027
  2. Wie hoch ist Ihre Vorlauftemperatur? Unter 55 °C → Wärmepumpe gut geeignet (Selbsttest)
  3. Haben Sie Platz für eine Außeneinheit? Nein → Erdwärmepumpe oder Biomasse prüfen
  4. Haben Sie Lagerraum? Ja → Pellet-/Hackschnitzelheizung ist eine Option
  5. Ist Fernwärme geplant? Ja → Anschluss prüfen (kommunale Wärmeplanung)
  6. Wie ist der Dämmstandard? Schlecht → Erst Heizkosten senken durch Optimierung, dann planen
  7. Wie hoch ist Ihr Budget? Gering → Klimaanlage als günstige Brücke

Wann lohnt sich eine Energieberatung?

Immer. Eine unabhängige Energieberatung kostet mit Förderung nur einen Bruchteil und spart Ihnen Fehlentscheidungen, die Tausende Euro kosten können. Bei mir erhalten Sie eine ehrliche Einschätzung – ohne Verkaufsinteresse.

Fazit: Meine Empfehlung als Energieberater

Nach hunderten Energieberatungen in Franken kann ich sagen: Es gibt nicht die eine beste Heizung, aber es gibt für jedes Gebäude die passende Lösung:

  • Für die meisten Gebäude: Wärmepumpe (Luft-Wasser) – die wirtschaftlichste und zukunftssicherste Lösung
  • Für unsanierte Altbauten mit Lagerraum: Biomasseheizung (Pellet oder Hackschnitzel) – erneuerbar und für hohe Vorlauftemperaturen geeignet
  • Als sofortige Übergangslösung: Klimaanlage / Luft-Luft-Wärmepumpe – geringe Kosten, schnelle Installation, sofort 30–50 % Heizkosten sparen
  • Keine Empfehlung: Neue Gas- oder Ölheizung – zu hohe Lebenszykluskosten und keine Zukunftsperspektive

Der erste Schritt? Lassen Sie Ihr Gebäude analysieren. In einem Sanierungsfahrplan oder einer Energieberatung finden wir gemeinsam die Heizung, die zu Ihrem Haus und Budget passt.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Heizung ist 2026 am günstigsten? Über die gesamte Nutzungsdauer von 20 Jahren ist die Wärmepumpe im dargestellten Beispiel am günstigsten – trotz höherer Anschaffungskosten. Die konkrete Förderung hängt von Kostenobergrenze, Selbstnutzung, Einkommen und den Bonusvoraussetzungen ab.

Brauche ich für eine Wärmepumpe eine Fußbodenheizung? Nein. Eine Wärmepumpe funktioniert auch mit herkömmlichen Heizkörpern, solange die Vorlauftemperatur unter 55 °C bleibt. Gegebenenfalls müssen einzelne zu kleine Heizkörper getauscht werden. Details im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.

Kann eine Klimaanlage / Luft-Luft-Wärmepumpe wirklich heizen? Ja. Moderne Split-Klimageräte sind technisch Luft-Luft-Wärmepumpen mit einem COP von 3 bis 5 im Heizbetrieb. Sie eignen sich als Ergänzung zur bestehenden Heizung und übernehmen 50–70 % der Heizlast. Berechnen Sie Ihr Einsparpotenzial: Klimaanlagen-Simulator.

Welche Heizung empfiehlt ein Energieberater? Das hängt vom Gebäude ab. In den meisten Fällen empfehle ich eine Wärmepumpe. Für unsanierte Altbauten mit hohem Wärmebedarf kann eine Biomasseheizung die bessere Wahl sein. Als schnelle Übergangslösung rate ich oft zur Klimaanlage – geringe Kosten, sofortige Einsparung.

Was kostet eine neue Heizung mit Einbau? Eine Wärmepumpe kostet 18.000–35.000 € inklusive Installation. Die Förderung liegt je nach Voraussetzungen zwischen 30 und 80 %, für die erste Wohneinheit aber nur auf maximal 28.000 € förderfähige Kosten. Eine vollständige Kostenübersicht finden Sie unter Neue Heizung: Kosten 2026.

Was bringt ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)? Der iSFP zeigt die sinnvolle Reihenfolge aller Sanierungsmaßnahmen. Bei bestimmten BAFA-Einzelmaßnahmen kann er den Förderrahmen erhöhen; bei KfW 458 entsteht daraus kein zusätzlicher Heizungsbonus.


Sie haben Fragen zur richtigen Heizung für Ihr Haus? Kontakt aufnehmen oder +49 156 78 89 59 48 anrufen – ich berate Sie gerne unabhängig und herstellerneutral.

Adresse

Christoph Engelhardt
Fritz-Präg-Weg 2
91555 Feuchtwangen
Deutschland


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