Energieausweise, Sanierungsberatung, Heizungstausch
Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 bestimmt, wie viel Waermeleistung Ihr Gebaeude bei der tiefsten Aussentemperatur benoetigt. Sie ist die technische Grundlage fuer die richtige Dimensionierung Ihrer neuen Heizungsanlage – und damit unverzichtbar bei jedem Heizungstausch. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie die Berechnung ablaeuft, was sie kostet und warum sie gerade bei Waermepumpen entscheidend ist.
Was ist eine Heizlastberechnung?
Die Heizlast gibt an, wie viel Waermeleistung (in Kilowatt, kW) einem Gebaeude zugefuehrt werden muss, um bei der tiefsten zu erwartenden Aussentemperatur die gewuenschte Raumtemperatur zu halten. Die Heizlastberechnung ermittelt diesen Wert rechnerisch – fuer das gesamte Gebaeude und fuer jeden einzelnen Raum.
Die normgerechte Berechnung nach DIN EN 12831 beruecksichtigt alle Waermeverluste, die ueber die Gebaeudehuelle (Waende, Dach, Fenster, Keller) und die Lueftung entstehen. Das Ergebnis ist die sogenannte Norm-Heizlast: der Leistungsbedarf am kaeltesten Tag des Jahres, angegeben in kW.
Heizlast vs. Heizwaermebedarf: Diese beiden Begriffe werden oft verwechselt. Die Heizlast beschreibt die benoetigte Leistung zu einem bestimmten Zeitpunkt (in kW). Der Heizwaermebedarf hingegen beschreibt die Energiemenge ueber ein ganzes Jahr (in kWh/a) und wird beispielsweise fuer den Energieausweis benoetigt. Fuer die Dimensionierung der Heizung ist die Heizlast die entscheidende Groesse.
Warum ist die Heizlastberechnung wichtig?
Eine falsch dimensionierte Heizung kostet Sie Geld und Komfort – in beide Richtungen:
Heizung zu gross dimensioniert:
- Die Anlage taktet haeufig (schaltet sich staendig ein und aus)
- Erhoehter Verschleiss an Brenner, Verdichter und Regelung
- Schlechtere Effizienz, hoehere Betriebskosten
- Bei Waermepumpen: deutlich niedrigere Jahresarbeitszahl (JAZ)
Heizung zu klein dimensioniert:
- An kalten Tagen wird das Gebaeude nicht warm genug
- Frostschutz-Probleme in einzelnen Raeumen
- Dauerhafter Volllastbetrieb erhoecht den Verschleiss
Die normgerechte Heizlastberechnung sorgt dafuer, dass die Heizung genau passt. Besonders kritisch ist die korrekte Dimensionierung bei Waermepumpen: Anders als Gas- oder Oelkessel werden Waermepumpen nicht mit grosszuegiger Reserve geplant. Eine zu grosse Waermepumpe taktet haeufig und arbeitet ineffizient. Eine zu kleine erreicht bei Frost nicht die benoetigte Vorlauftemperatur. Die Heizlastberechnung schuetzt vor beiden Fehlern.
Die folgende Gegenuberstellung zeigt die Auswirkungen einer richtig und falsch dimensionierten Heizung:
Wann brauchen Sie eine Heizlastberechnung?
Die Heizlastberechnung ist in mehreren Situationen notwendig oder sinnvoll:
- Heizungstausch: Insbesondere bei Umstellung auf eine Waermepumpe ist die Heizlastberechnung die Grundlage fuer die richtige Geraetewahl – und Voraussetzung fuer die Foerderung.
- Nach Sanierungsmassnahmen: Wenn Sie Fenster getauscht oder eine Daemmung angebracht haben, sinkt die Heizlast. Die Heizung kann dann moeglicherweise kleiner dimensioniert werden.
- Heizkoerperauslegung: Bei Austausch oder Ergaenzung von Heizkoerpern bestimmt die raumweise Heizlast die richtige Groesse.
- Hydraulischer Abgleich: Die raumweise Heizlast ist die Grundlage fuer die optimale Einstellung aller Heizkoerperventile. Ohne sie kann kein korrekter hydraulischer Abgleich durchgefuehrt werden.
- Neubau: Bei der Planung eines Neubaus legt die Heizlastberechnung fest, welche Heizungsanlage installiert wird.
- Foerderpflicht: Bei KfW- und BAFA-gefoerderten Massnahmen ist die normgerechte Heizlastberechnung haeufig Pflichtbestandteil der Fachplanung.
Wie wird die Heizlast berechnet? Methoden im Ueberblick
Es gibt zwei gaengige Methoden, die Heizlast zu ermitteln:
Vereinfachte Methode nach DIN EN 15378
Die vereinfachte Methode nutzt Richtwerte in Watt pro Quadratmeter (W/m2) und multipliziert diese mit der beheizten Wohnflaeche:
Heizlast = Wohnflaeche x spezifischer Heizlastrichtwert (W/m2)
Diese Methode eignet sich nur fuer eine erste grobe Einschaetzung. Die Richtwerte variieren stark nach Baujahr und Daemmstandard:
| Gebaeudetyp | Baujahr | Richtwert (W/m2) |
|---|---|---|
| Altbau unsaniert | vor 1978 | 100–150 |
| Altbau teilsaniert | 1978–2000 | 60–90 |
| Neubau nach EnEV / GEG | ab 2002 | 45–60 |
| Effizienzhaus 55/40 | – | 30–40 |
| Passivhaus | – | 10–20 |
Normgerechte Methode nach DIN EN 12831
Die normgerechte Berechnung ist deutlich genauer und beruecksichtigt die tatsaechlichen Bauteilaufbauten, Flaechengroessen und die regionale Aussentemperatur:
Norm-Heizlast = Transmissionswaermeverluste + Lueftungswaermeverluste + Aufheizleistung
Fuer die Dimensionierung einer Waermepumpe, fuer Foerderantraege und fuer den hydraulischen Abgleich ist immer die normgerechte Berechnung nach DIN EN 12831 erforderlich. Die vereinfachte Methode reicht dafuer nicht aus.
Komponenten der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831
Die Norm-Heizlast setzt sich aus drei Komponenten zusammen, die einzeln berechnet und dann addiert werden:
Transmissionswaermeverluste (Q_T)
Transmissionswaermeverluste beschreiben die Waerme, die durch die Gebaeudehuelle nach aussen entweicht. Sie werden fuer jedes Bauteil einzeln berechnet:
Q_T = U-Wert x Flaeche x Temperaturdifferenz
Dabei ist der U-Wert (Waermedurchgangskoeffizient) das Mass fuer die Waermedurchlaessigkeit eines Bauteils – je niedriger, desto besser die Daemmung. Beruecksichtigt werden alle Bauteile der Gebaeudehuelle:
- Aussenwaende
- Dachflaeche
- Fenster und Tueren
- Kellerdecke / Bodenplatte
- Angrenzende unbeheizte Raeume
Lueftungswaermeverluste (Q_V)
Lueftungswaermeverluste entstehen durch den Austausch von warmer Raumluft mit kalter Aussenluft. Die Berechnung beruecksichtigt:
Q_V = 0,34 x Luftwechselrate x Raumvolumen x Temperaturdifferenz
Die Luftwechselrate haengt davon ab, ob natuerlich gelueftet wird (Fensterlueftung) oder eine mechanische Lueftungsanlage vorhanden ist. Auch Undichtigkeiten in der Gebaeudehuelle spielen eine Rolle.
Zusatz-Aufheizleistung (Q_RH)
Die Aufheizleistung beruecksichtigt die zusaetzliche Leistung, die nach einer Heizpause (z. B. Nachtabsenkung) benoetigt wird, um die Raeume wieder auf die gewuenschte Temperatur zu bringen.
Raumweise Berechnung
Die DIN EN 12831 schreibt eine raumweise Berechnung vor. Das bedeutet: Jeder einzelne beheizte Raum wird separat berechnet. So laesst sich die Heizlast nicht nur fuer das Gesamtgebaeude, sondern fuer jeden Raum bestimmen – die Grundlage fuer die korrekte Heizkoerperauslegung und den hydraulischen Abgleich.
Norm-Aussentemperatur
Die Berechnung basiert auf der statistischen Tiefsttemperatur fuer Ihren Standort. Fuer Feuchtwangen und den Landkreis Ansbach liegt die Norm-Aussentemperatur bei ca. -14 Grad C. Dieser Wert stellt sicher, dass die Heizung auch an den kaeltesten Tagen ausreichend Leistung liefert.
Die folgende Infografik zeigt das Zusammenspiel der drei Heizlast-Komponenten:
Infografik: Die drei Komponenten der Heizlast nach DIN EN 12831
Transmissionswaermeverluste + Lueftungswaermeverluste + Aufheizleistung = Norm-Heizlast
Einflussfaktoren auf die Heizlast
Die Hoehe der Heizlast wird von verschiedenen Faktoren bestimmt. Die wichtigsten sind:
- Daemmstandard der Gebaeudehuelle: Je besser die Daemmung, desto geringer die Transmissionswaermeverluste und damit die Heizlast.
- U-Werte der Bauteile: Alte Fenster mit einem U-Wert von 2,8 W/(m2K) verursachen ein Vielfaches der Waermeverluste im Vergleich zu modernen Fenstern mit U-Wert 0,9 W/(m2K).
- Gebaeudehuellflaeche: Ein freistehendes Einfamilienhaus hat mehr Aussenflaeche als eine Reihenhaushaelfte gleicher Groesse – und damit eine hoehere Heizlast.
- Fensterflaeche und -qualitaet: Grosse Fensterflaechen auf der Nordseite erhoehen die Heizlast staerker als suedlich ausgerichtete Fenster.
- Luftdichtheit: Undichtigkeiten in der Gebaeudehuelle erhoehen die Lueftungswaermeverluste.
- Raumtemperatur-Sollwerte: Ein Badezimmer mit 24 Grad C Solltemperatur hat eine hoehere Heizlast pro Quadratmeter als ein Schlafzimmer mit 18 Grad C.
- Waermebruecken: Konstruktionsbedingte Schwachstellen wie Balkonplatten, Fensteranschluesse oder Ecken erhoehen die tatsaechliche Heizlast.
- Gebaeudeausrichtung und Windexposition: Windexponierte Lagen und die Ausrichtung des Gebaeudes beeinflussen die Lueftungswaermeverluste.
Typische Heizlastwerte nach Gebaeudetyp
Um Ihnen eine Orientierung zu geben, finden Sie hier typische Heizlastwerte fuer verschiedene Gebaeudestandards. Die Werte beziehen sich auf ein Einfamilienhaus mit ca. 150 m2 Wohnflaeche:
| Gebaeudetyp | Spezifische Heizlast (W/m2) | Gesamtheizlast (150 m2) |
|---|---|---|
| Altbau unsaniert (vor 1978) | 100–150 W/m2 | 15–22 kW |
| Altbau teilsaniert | 60–90 W/m2 | 9–14 kW |
| Neubau nach GEG | 45–60 W/m2 | 7–9 kW |
| Effizienzhaus 55/40 | 30–40 W/m2 | 5–6 kW |
| Passivhaus | 10–20 W/m2 | 1,5–3 kW |
Diese Werte sind Richtwerte. Die tatsaechliche Heizlast haengt von den konkreten Gegebenheiten Ihres Gebaeudes ab und kann erheblich abweichen – deshalb ist eine normgerechte Berechnung so wichtig.
Besonderheiten bei Waermepumpen
Die Heizlastberechnung ist bei der Planung einer Waermepumpe im Altbau besonders wichtig. Das hat mehrere Gruende:
Keine Ueberdimensionierung moeglich: Bei einem Gas- oder Oelkessel war eine grosszuegige Dimensionierung gaengige Praxis – der Kessel lief dann einfach mit geringerer Leistung. Bei Waermepumpen fuehrt eine Ueberdimensionierung zum sogenannten Takten: Der Verdichter schaltet sich staendig ein und aus. Das senkt die Effizienz (Jahresarbeitszahl, JAZ) und erhoeht den Verschleiss.
Vorlauftemperatur und Flaechenheizung: Waermepumpen arbeiten am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen, idealerweise in Kombination mit Fussbodenheizung. Die raumweise Heizlastberechnung zeigt, ob die vorhandenen Heizflaechen ausreichen oder ob einzelne Heizkoerper getauscht werden muessen.
Mono- vs. bivalenter Betrieb: Die Heizlastberechnung bestimmt auch, ob eine Waermepumpe die gesamte Heizlast allein abdecken kann (monovalent) oder ob fuer Spitzenlastzeiten ein zweiter Waermeerzeuger sinnvoll ist (bivalent).
Sperrzeiten beruecksichtigen: Manche Energieversorger sperren Waermepumpen-Stromtarife bis zu dreimal taeglich fuer je zwei Stunden. Die Heizlastberechnung muss diesen Leistungsausfall beruecksichtigen, damit das Gebaeude auch waehrend der Sperrzeiten warm bleibt.
Richtlinie VDI 4645: Fuer die Planung von Waermepumpenanlagen gibt die VDI 4645 weitere Anforderungen vor. Eine normgerechte Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ist dabei die Grundvoraussetzung.
Ablauf einer Heizlastberechnung
Als Energieberater fuehre ich die Heizlastberechnung in vier klar strukturierten Schritten durch:
Schritt 1: Gebaeudedaten erfassen
Beim Vor-Ort-Termin (Dauer ca. 1–2 Stunden) nehme ich alle relevanten Daten auf: Grundrisse und Raumgroessen, Baujahr, Bauteilaufbauten (Wandstaerken, Daemmmaterial), Fenstertypen und -groessen, Lueftungssituation und vorhandene Heizflaechen. Wenn Bauplaene vorhanden sind, beschleunigt das die Aufnahme.
Welche Unterlagen Sie bereithalten sollten:
- Grundrisse (wenn vorhanden)
- Bauplaene oder Baubeschreibung
- Angaben zu bereits durchgefuehrten Sanierungen
- Informationen zur vorhandenen Heizung
Schritt 2: U-Werte ermitteln
Aus den Bauteilaufbauten berechne ich die Waermedurchgangskoeffizienten (U-Werte) aller relevanten Bauteile. Bei aelteren Gebaeuden ohne Dokumentation schatze ich die Aufbauten anhand von Baujahr und regionaltypischer Bauweise ein.
Schritt 3: Raumweise Berechnung nach DIN EN 12831
Jeder beheizte Raum wird einzeln berechnet. Dabei fliessen Transmissionswaermeverluste, Lueftungswaermeverluste und die Aufheizleistung in das Ergebnis ein. Dieser Schritt nimmt die meiste Zeit in Anspruch.
Schritt 4: Ergebnisbericht
Sie erhalten einen vollstaendigen Bericht mit:
- Gesamtheizlast des Gebaeudes in kW
- Raumweiser Aufschluesselung der Heizlast
- Empfehlung fuer die Heizungsleistung
- Grundlage fuer den hydraulischen Abgleich
Zeitdauer: Insgesamt dauert eine Heizlastberechnung je nach Gebaeudegroesse ca. 5–14 Werktage vom Vor-Ort-Termin bis zum fertigen Bericht.
Kosten einer Heizlastberechnung
Die Kosten fuer eine Heizlastberechnung richten sich nach der Gebaeudegroesse und der Anzahl der beheizten Raeume. Hier eine Uebersicht der marktuelichen Preisspannen:
| Gebaeudetyp | Wohnflaeche | Kosten |
|---|---|---|
| Einfamilienhaus | bis 150 m2 | 300–400 EUR |
| Einfamilienhaus | bis 200 m2 | 400–500 EUR |
| Mehrfamilienhaus | bis 500 m2 | 600–800 EUR |
| Gewerbeobjekt | ab 500 m2 | ab 800 EUR |
Ich biete die Heizlastberechnung ab 350 EUR an. Bei Beauftragung zusammen mit einer Baubegleitung oder einem Sanierungsfahrplan (iSFP) ergeben sich Synergien, da viele Gebaeudedaten ohnehin erhoben werden. Das kann den Gesamtpreis reduzieren. Weitere Informationen zu meinen Leistungen und Preisen finden Sie auf der Seite Kosten Energieberater.
Sie planen einen Heizungstausch oder moechten wissen, ob Ihre Heizung richtig dimensioniert ist? Ich erstelle Ihre normgerechte Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 – raumweise, mit vollstaendigem Ergebnisbericht. Kontakt aufnehmen oder +49 156 78 89 59 48.
Foerderung der Heizlastberechnung
Die Heizlastberechnung kann unter bestimmten Voraussetzungen gefoerdert werden:
BEG-Foerderung fuer Fachplanung und Baubegleitung: Im Rahmen der Bundesfoerderung fuer effiziente Gebaeude (BEG) wird die Fachplanung und Baubegleitung mit 50 % gefoerdert. Die Heizlastberechnung zaehlt als Fachplanungsleistung und ist foerderfaehig, wenn sie Teil einer gefoerderten Massnahme ist (z. B. Heizungstausch). Der maximale Foerderbetrag fuer Fachplanung und Baubegleitung betraegt 4.000 EUR fuer Ein- und Zweifamilienhaeuser.
Voraussetzung: Die Berechnung muss von einem zertifizierten Energieberater durchgefuehrt werden, der in der Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes (DENA) gelistet ist. Als BAFA- und KfW-zugelassener Energieberater erfuelle ich diese Voraussetzung.
Kombination mit Heizungstausch: Wenn Sie die Heizlastberechnung im Zusammenhang mit einem gefoerderten Heizungstausch beauftragen, koennen Sie die Foerderung fuer energetische Sanierung optimal nutzen. Beim Heizungstausch sind Foerderquoten von bis zu 70 % moeglich.
Waermebrueckenberechnung als Ergaenzung
Ergaenzend zur Heizlastberechnung biete ich die detaillierte Waermebrueckenberechnung an. Waermebruecken sind Stellen in der Gebaeudehuelle, an denen Waerme schneller nach aussen abfliesst als durch die umgebenden Bauteile – beispielsweise an Fensteranschluessen, Balkonplatten oder Gebaeudeecken.
Waermebruecken erhoehen die tatsaechliche Heizlast und koennen bei ungenuegender Oberflaechentemperatur zu Schimmelbildung fuehren. In der Standardberechnung wird ein pauschaler Waermebrueckenzuschlag angesetzt. Durch den rechnerischen Detailnachweis einzelner Waermebruecken lassen sich in der Energiebilanz haeufig bessere Werte erzielen – das kann bei Foerderantraegen den Unterschied ausmachen.
Online-Rechner vs. professionelle Berechnung
Fuer eine erste grobe Einschaetzung koennen Sie unseren Heizlastrechner nutzen. Der Rechner gibt Ihnen anhand von Wohnflaeche, Baujahr und Daemmstandard einen Richtwert fuer die Heizlast Ihres Gebaeudes.
Wichtig: Ein Online-Rechner ersetzt keine normgerechte Berechnung. Er kann weder die tatsaechlichen U-Werte Ihrer Bauteile beruecksichtigen noch die raumweise Aufschluesselung liefern, die fuer die Heizkoerperauslegung und den hydraulischen Abgleich benoetigt wird. Fuer die verbindliche Dimensionierung einer Waermepumpe und fuer Foerderantraege ist immer die professionelle Berechnung nach DIN EN 12831 erforderlich. In meinem ausfuehrlichen Ratgeber Heizlast berechnen: Formeln und Rechner finden Sie weitere Informationen zu den Berechnungsmethoden.
Haeufige Fehler bei der Heizlastberechnung
Aus meiner Praxis als Energieberater kenne ich typische Fehler, die bei der Heizlastberechnung immer wieder auftreten:
- Alte Faustregeln statt normgerechter Berechnung: Die oft zitierte Faustregel von 100–150 W/m2 stammt aus einer Zeit schlecht gedaemmter Gebaeude. Fuer sanierte oder neuere Gebaeude fuehrt sie zu massiver Ueberdimensionierung.
- Falsche oder fehlende U-Werte: Werden U-Werte nur geschaetzt oder falsche Materialstaerken angenommen, weicht das Ergebnis erheblich ab.
- Waermebruecken ignoriert: Wer Waermebruecken nicht beruecksichtigt, unterschaetzt die tatsaechliche Heizlast.
- Lueftungsverluste unterschaetzt: Insbesondere bei aelteren Gebaeuden mit undichter Gebaeudehuelle koennen die Lueftungswaermeverluste einen erheblichen Anteil ausmachen.
- Sicherheitszuschlaege zu hoch angesetzt: Uebertriebene Sicherheitszuschlaege fuehren zu ueberdimensionierten Anlagen – genau das, was die normgerechte Berechnung verhindern soll.
Haeufige Fragen zur Heizlastberechnung
Was ist eine Heizlastberechnung?
Die Heizlastberechnung ermittelt, wie viel Waermeleistung (in kW) ein Gebaeude am kaeltesten Tag des Jahres benoetigt, um alle Raeume auf die gewuenschte Temperatur zu bringen. Sie ist die Grundlage fuer die Wahl der richtigen Heizungsanlage.
Was kostet eine Heizlastberechnung?
Fuer ein Einfamilienhaus liegen die Kosten in der Regel zwischen 300 und 500 EUR, abhaengig von der Gebaeudegroesse und der Raumanzahl. Ich biete die Heizlastberechnung ab 350 EUR an. Bei Kombination mit einem Sanierungsfahrplan oder einer Baubegleitung ergeben sich Synergien.
Wer darf eine Heizlastberechnung durchfuehren?
Grundsaetzlich kann eine Heizlastberechnung von Energieberatern, TGA-Fachplanern (Technische Gebaeudeausruestung) und spezialisierten Ingenieuren durchgefuehrt werden. Fuer foerderfaehige Massnahmen muss der Berater in der Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes gelistet sein.
Ist die Heizlastberechnung bei Waermepumpe Pflicht?
Fuer die Foerderung eines Heizungstauschs ueber BEG / KfW ist eine normgerechte Heizlastberechnung in der Regel Voraussetzung. Auch die VDI 4645 fordert sie fuer die Planung von Waermepumpenanlagen. Unabhaengig von Vorschriften ist sie bei Waermepumpen dringend empfohlen, da eine falsche Dimensionierung zu erheblichen Effizienzverlusten fuehrt.
Wie unterscheiden sich Heizlast und Heizwaermebedarf?
Die Heizlast (kW) beschreibt die benoetigte Leistung am kaeltesten Tag – sie bestimmt die Groesse der Heizung. Der Heizwaermebedarf (kWh/a) beschreibt die benoetigte Energie ueber ein ganzes Jahr – er bestimmt die jaehrlichen Heizkosten und steht im Energieausweis.
Reicht ein Online-Rechner fuer die Heizlastberechnung?
Ein Online-Rechner kann nur einen groben Richtwert liefern. Fuer die Foerderung, die Waermepumpen-Dimensionierung und den hydraulischen Abgleich ist eine normgerechte raumweise Berechnung nach DIN EN 12831 erforderlich.
Wie lange dauert eine Heizlastberechnung?
Vom Vor-Ort-Termin bis zum fertigen Ergebnisbericht dauert die Berechnung in der Regel 5 bis 14 Werktage, abhaengig von der Gebaeudegroesse und der Komplexitaet.
Wird die Heizlastberechnung gefoerdert?
Ja, im Rahmen der BEG wird die Fachplanung und Baubegleitung mit 50 % gefoerdert (max. 4.000 EUR fuer EFH/ZFH). Die Heizlastberechnung zaehlt als Fachplanungsleistung, wenn sie Teil einer gefoerderten Massnahme ist.
Reicht die alte Faustregel von 100–150 W/m2 nicht?
Nein. Diese Faustregel stammt aus einer Zeit, in der Gebaeude kaum gedaemmt waren. Fuer heutige Gebaeude – insbesondere nach Sanierung – fuehrt sie zu massiver Ueberdimensionierung. Bei einem teilsanierten Einfamilienhaus kann die tatsaechliche Heizlast bei 60–90 W/m2 liegen, bei einem Neubau nach GEG sogar bei nur 45–60 W/m2.
Kann ich die Heizlast selbst berechnen?
Eine ueberschlaegige Berechnung koennen Sie mit unserem Heizlastrechner durchfuehren. Fuer die normgerechte Berechnung nach DIN EN 12831, die fuer Foerderantraege und die Waermepumpen-Dimensionierung erforderlich ist, brauchen Sie allerdings einen Fachmann mit entsprechender Software und Erfahrung.
Sie moechten Ihre Heizlast professionell berechnen lassen? Ich erstelle Ihre normgerechte Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 – raumweise, mit vollstaendigem Ergebnisbericht und als Grundlage fuer Ihren Heizungstausch. Kontakt aufnehmen oder +49 156 78 89 59 48.